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Argent
Admin && Spielleitung

Dakota
Admin && NPC | Grafikerin

Francis
Grafikerin für Avatare

Twilight
Helferin für Avatare

Caruso
linke Hand Argents

Coricopat
Aufsicht des Rollenspiels



Kapitel 3: Das unberührte Paradies



Wetter:
Sommer. Später Nachmittag.
Sonne geht auf.
Keine Wolken am Himmel.
Starke Hitze.
Im Schatten kalt.
Schwül, kein Wind.
20 - 23 °C

Was bisher geschah....

Nachdem die Nachricht von der
Flucht aus der Stadt erst einmal
herum gegangen ist trafen sich
Katzen am Stadttor. Dort, in einer
dunklen Gasse fing Argent an
über das weitere Vorgehen zu
reden. Es ist Zeit, das Nest
der Menschen zu verlassen und
ein neues Leben im Wald
zu beginnen. Jedem steht es frei,
ob sie nun gehen oder nicht.
Der Clan der Samtpfoten besteht
aus wenigen Mitgliedern und
nur, weil eine Gruppe von Katzen
sich gebildet hat bedeutet das nicht
gleich, dass sie auch ein Clan ist.
Es wird sich zeigen, wer
nun eine Samtpfote sein will
und darf und wer nicht.



Hast du je den Wunsch verspürt
auszubrechen und ab zu hauen?
Nein? Bei den Samtpfoten bleibt dir
wohl nichts Anderes übrig!
Stell dir vor, du bist eine Katze.
Eine Hauskatze, wohl gemerkt.
In einer großen Stadt lebst du und
eines Tages verhalten sich deine
Menschen seltsam. Sie wollen dich
nicht mehr streicheln und halten
Abstand von dir. Angeblich
soll es eine Katzenseuche
geben und ehe du dich
versiehst, landest du auf der
Straße. Allein und ohne Ahnung,
was jetzt zu tun ist.
Was würdest du tun?
Nun, der Kater Argent hat
sich entschlossen einen
Clan mit seiner Geliebten Alpha
zu gründen. Willst du zu ihnen
gehören oder lieber allein um her
streifen?
Es ist deine Entscheidung.
Dein Leben.

Denn du, bist eine Katze.



Gesuchte im Moment
Spielgefährten gesucht.

Zitate des Monats
Jade: "Du bist bei mir und das ist für mich das Allerwichtigste."
Sunny: "Ja ja, das sagen sie alle. Und am Ende bin ich wieder diejenige, die nicht teilen wollte. Hier, nimm!"


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 Kapitel 2: Fremde Wege

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AutorNachricht
Spielleitung
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BeitragThema: Kapitel 2: Fremde Wege   So Mai 01, 2011 11:01 am

Nachdem Argent es geschafft hatte eine kleine Gruppe von Katzen mehr oder weniger von der Idee zu begeistern im Wald ein neues Leben anzufangen sammelte sich diese Gruppe am Stadttor, um dort das weitere Vorgehen zu besprechen. Versteckt in einer Gasse, für Menschensinne unsichtbar wurden nun ausgewählt, wer weiter gehen würde und wer doch das Leben als Straßenkatze dem als Waldtier vorzuziehen. Nicht alle waren freiwillig mitgegangen, doch der Gruppenzwang siegte. Alle verloren gegangenen Seelen wurden wiedergefunden. Es gab keine großen Gefühlsausbrüche, man wusste, wie schlecht die Lage stand und nahm sich vor, alles weitere auf dem Weg zu besprechen.

Einige Katzen konnten nicht rechtzeitig von der Gruppe allarmiert werden. Die gute alte Mund zu Mund Propaganda aber begann zu wirken. Streuner wussten bescheid, von dem Vorgehen der Vierbeiner. Argent hatte die Führung übernommen und fühlte sich immer noch nicht so ganz wohl in seiner neuen Rolle. Man kannte sich untereinander noch nicht so gut, es gab keine Vorstellungsrunde. In der dunklen Gasse funkelten die Augen der Katzen. Argent hatte sich auf eine Orangenkiste gesetzt und konnte so von oben herab auf seine Artgenossen blicken. Man merkte, dass ihm das nicht besonders gefiel. Die ersten Worte waren gesprochen. Er hatte um Ruhe gebeten. Schließlich öffnete der Silberne erneut sein Maul und erklärte die Lage, ohne die Hilfe von Adria oder dem Welpen, welche beide verschwunden waren:

“Katzen. Seit jeher hatte man uns vergöttert, doch die Zeiten haben sich nun geändert. Der Hund trat an unsere Stelle. Doch noch einige Menschen schienen uns zu mögen, bis man sich erzählte, dass eine Katzenseuche die Stadt heimsucht. Einige Zweibeiner schenkten diesem Gerücht sofort Glauben, andere wiederum brauchte ihre Zeit. Doch das Ergebnis spricht für sich. Hier sitzen wir nun, den Tod im Genick, suchend nach dem Glück. Als ich auf die Straße gesetzt wurde hatte ich gedacht, mein Glück bereits in Alpha gefunden zu haben. Diese wollte fliehen in den Wald. Damals schon, bevor klar war, dass keine andere Möglichkeit mehr bleibt. Ich folgte ihren Rat und suchte mehr Katzen, die mit uns ziehen konnten, was sich als schwierig heraus stellte. Ihr alle habt euer eigenes Recht. Ihr könnt gehen wohin ihr wollt. Wenn ihr nun mit mir, Alpha und Caruso – unser erstes Clanmitglied – in den Wald zieht, so heißt das nicht, dass ihr auch zu unserem Clan gehört. Ihr könnt gehen, wann immer ihr wollt. Ihr könnte im Wald euer eigenes Leben allein oder mit einem Freund führen. Ich wollte bescheid sagen, dass ihr an nichts gebunden seid.“

Argent hatte viel gesprochen. Er schluckte, um gleich darauf die letzten Sätze zu sagen, die er für nötig hielt:

“Wir sind hier nun am Stadttor, bereit, zu fliehen. Die Menschen bewachen es. Von ihr kommen riesige Monster herein und bringen Futter. Hinter diesem Tor ist nicht viel. Man hat die Stadt in eine andere Richtung erweitert. Nur die wilde Natur. Doch dorthin zu kommen ist schwer. Ich habe keine Ahnung, wie man am besten gehen kann, ohne, dass man uns sieht. Wer hat Ideen?“

Es sollte nur eine kurze Besprechung der Tatsachen sein und dann würde man ausprobieren müssen. Ob sie scheiterten würde man ja dann sehen.






Sommer





Abend. Es dämmert bereits. Lange dauert es nicht mehr, bis die Nacht herein bricht.





Die dunklen Wolken haben sich verzogen, doch zurück bleibt nicht die Sonne, sondern der Mond. Es hat aufgehört zu regnen. Die Luft ist frisch und klar, es wird kühler. Die Häuser strahlen Wärme aus, doch ist man erst einmal auf dem Land, so könnte es frösteln. 15 – 20 °C
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Twilight
die Dämmerung
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Alter : 17
Alter Charakter : 3 Jahre
Geschlecht : Katze
Fellfarbe : Creme, Gesicht dunkler
Besonderheiten : Narbe am Bein
Größe : 20 cm

BeitragThema: Re: Kapitel 2: Fremde Wege   Mo Mai 02, 2011 6:12 pm

Twilight tapste gerade durch die Stadt. Sie war sehr müde und ihre Pfoten waren schmutzig. Ein Auto fuhr an ihr vorbei. Das Auto fuhr doch eine Pfütze, und das Wasser spritzte in Twilights Fell. Twilight schüttelte sich und wusch sich die Pfoten. Die Dämmerung färbte den Himmel schon rot. Das war die Stunde, dem sie ihren Namen zu verdanken hatte: Dämmerung. Der Mond würde bald höher steigen. Die Katze schob sich an der Gasse eines Hauses vorbei, dass im Marktplatz stand. Fremde Stimmen und Gerüchte weckten wieder ihre Sinne und sie schlich weiter durch die Gasse. Der Geruch der Katzengruppe, die sie gerochen hatte wurde immer stärker und es schien Twilight fast, als wäre ihr der Geruch vertraut, so vertraut. Langsam gewöhnten sich Twilights Augen an die Dunkelheit der Dämmerung. Auf dem Marktplatz war nicht mehr viel los, aber der Geruch schien Twilight magisch anzuziehen. Twilight beschleunigte ihren Gang. Auf einmal sah sie Katzen, darunter war eine mit einem grau-getiegerten Pelz. Sie wagte kaum zu sprechen.

"Ich bin Twilight, eine Streunerin. Ich bin bereit, mich euch anzuschließen. Ich streune schon länger in dieser Stadt, seit meine Menschen mich verstoßen haben. Ist euch dasselbe passiert? Wo wollt ihr hin, wo ist euer Ziel? Ich werde mich euch anschließen."

miaute Twilight entschlossen und sah dem grau-getigerten Kater tief in die Augen. Sie war wirklich bereit, sich den fremden Katzen anzuschließen, auch wenn sie kämpfen musste.

Ich bin bereit, zu fliehen. Zu fliehen, von dieser verfluchten Stadt. Selbst wenn ich dafür kämpfen müsste!

dachte Twilight und setzet sich geduldig auf die immer noch nasse Erde. Sie wartete auf eine Antwort.

[streift durch die Stadt - geht zum Marktplatz - findet die Katzen - redet und denkt]
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Alpha
das Glückskätzchen
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Alter : 21
Alter Charakter : 2 Jahre
Geschlecht : Katze
Fellfarbe : Schildpattmuster
Größe : 31 cm

BeitragThema: Re: Kapitel 2: Fremde Wege   Mo Mai 02, 2011 7:54 pm

Stellen Sie sich vor, es gibt zwei Männer in Ihrem Leben, welche sie vergöttern, sie lieben, sie umschmeicheln. Hört sich eigentlich recht gut an. Das Selbstwertgefühl steigt. Außerdem ist es doch ganz nett, wenn sich mal jemand um Sie streitet, nicht? Denken Sie sich nun dazu, dass der eine Mann ihr Leben quasi gerettet hat. Er hat Ihnen Geld gebracht, damit Sie sich etwas kaufen konnten. Ansonsten wären Sie wohl verhungert. Dieser Mann hat Sie also gerettet, Sie lieben ihn und der liebt Sie. Stellen Sie sich nun vor, dass Sie den anderen Mann plötzlich getroffen haben und obwohl Sie fest an der Seite des anderen sind begehren Sie den Unbekannten trotzdem. Beide Männer lieben Sie. Sie lieben beide Männer, obwohl Sie den einen kaum kennen. Nun ziehen Sie in eine Wohngemeinschaft mit den Herren der Schöpfung. Wie schaffen Sie es, ihren fest Versprochenen in dem Glauben zu lassen, er wäre der Einzige, ohne gleichzeitig den Anderen zu verletzten? Tja, dass ist wohl eine Kunst. Käme jetzt noch hinzu, dass sie eine Katze wären, dann wäre wohl das Chaos perfekt.
Alpha hatte mit diesem Problem zu kämpfen. Sie war jung, wunderschön, konnte weder jagen noch kämpfen, fest in den Pfoten Argents und begehrte doch Carusos Nähe. Die Drei bildeten den Clan der Samtpfoten, wurden gejagt von Hunden und mussten nun in den Wald mit Artgenossen ziehen, die ihnen zum Teil völlig fremd waren. Argent hatte schnell die Führung übernommen. Schließlich hatte er ja auch dafür gesorgt, dass die Katzen so zahlreich erschienen waren. Alpha hatte sich neben seine Orangenkiste gesetzt und musste nun die brave Freundin spielen, doch wer genau hinsah konnte sehen, wie ihre Augen nicht etwa zu Argent, sondern immer wieder zu Caruso huschten. Man konnte sehen, wie viel Schmerz in ihnen lag und wie sie gegen die Tränen ankämpfen musste. Bei jedem Herzschlag blitzte eine Frage vor ihrem inneren Augen auf: Was bin ich nur geworden?

Alpha streckte den Kopf in die Höh’, die Ohren spitz aufgestellt, die Augen neugierig aufgerissen. Man könnte meinen, sie sei ein Hase, auf einem Feld, der soeben ein Geräusch vernommen hatte. Wahrlich, Alpha hatte etwas gehört. Ihren Namen. Aus Argents Mund. So voller Liebe, voller Zuneigung, voller Wärme. Alpha befürchtete dahin zu schmelzen. Der Silberne hatte sein Glück in ihr gefunden. Wie konnte sie nur je an ihrer Beziehung zweifeln und es in Erwägung ziehen, mit Caruso durchzubrennen? Wie hatte sie nur auf die absurde Idee kommen können, eine Affäre einzugehen? Alpha setzt wieder eine neutrale Mine auf und ihr Blick streifte Caruso. Ach... es war schrecklich...

Eine Stimme erhob sich. Nicht aus der Menge, sondern vom Ende der Gasse, genau dann, als Argent geendet hatte. Sofort war Alpha in Alarmbereitschaft. Sie nickte ihrem silbernen Gefährten zu und stand auf, um zu den Fremdling zu gehen. Alpha erkannte am Geruch, dass es eine Kätzin war. Ihr Pelz erinnerte an eine Siamkatze, von der Farbe her, nur, dass sie längeres Fell besaß. Unter der Versammlung befand sich ein Kater, der ihr glich, nur dass sein Grau im Gesicht mehr einem Blau ähnelte, als einem Braun. Alpha stellte sich vor das fremde Wesen. Ihre Augen sprühten Kälte. Sie hatte die Ohren leicht angelegt und ihr Schwanz zuckte wild hin und her. Es kostete die Kätzin einiges an Kraft nicht gleich loszufauchen.

“Hallo Twilight. Du hast es also auch hier her geschafft. Ich bin Alpha und das dort oben ist Argent. Er wird uns in den Wald führen. Das ist unser Ziel. Einige von uns sind ehemalige Hauskatzen – wie Argent – andere wiederum Katze vom Land oder aber Straßenkatzen, zu denen ich zähle. Wir nehmen jeden mit, der will. Hör einfach zu und wenn du uns nicht für verrückt hältst, dann kannst du mit kommen.“

Schnell setzte Alpha noch ein Lächeln auf, dass eher mechanisch wirkte und drehte sich dann um. Sie schluckte und schmeckte Bitterkeit auf ihrer Zunge. Es war schrecklich so nett sein zu müssen. Und dann auch noch eine Katze, die gleich so extrovertiert und voller Energie war! Warum gab es nicht mehr von Carusos Sorte? Solche, die nicht zeigten, was sie wollten? Die bunte Alpha schritt zurück an ihren alten Platz und wartete.


[bei der Katzengruppe | denkt an ihre Beziehung zu Argent und Caruso | guckt interessiert | denkt weiter | sieht Twilight und geht zu ihr | redet | ist freundlich, sieht aber böse aus | dreht sich um und geht an ihren alten Platz zurück]
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Twilight
die Dämmerung
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Alter : 17
Alter Charakter : 3 Jahre
Geschlecht : Katze
Fellfarbe : Creme, Gesicht dunkler
Besonderheiten : Narbe am Bein
Größe : 20 cm

BeitragThema: Re: Kapitel 2: Fremde Wege   Di Mai 03, 2011 12:05 pm

Twilight zögerte mit der Antwort. Sie ließ ihren Blick zwischen Argent, dem grauen Kater und Alpha, der schildpattfarbenen Katze hin und her schweifen. Sie überdachte kurz, was Alpha ihr gesagt hatte. Kurz bevor sie sprechen wollte, ging sie zu Alpha und setzte sich neben sie.

"Ich bin bereit. Nun sollten wir uns aber schlafen legen, damit wir unsere Kräfte sparen können, denn Morgen werden wir sie brauchen. Ohne Energie werden wir es nicht weiterschaffen. Sparen wir unsere Kräfte. Suchen wir uns einen Schlafplatz und schlafen mal wieder richtig aus."

Twilight hatte schon viel Erfahrung mit dem gemacht, was sie erzählte. Sie wählte ihre Worte immer gezielt und überdachte ihre Wort vorher.

"Ich suche schon lange Katzen wie euch. Darf ich mich noch genauer vorstellen? Ich bin Twilight, wie ihr schon wisst. Ich bin schon etwas älter und hatte noch nie Junge. Ich habe keinen Gefährten bisher. Ich lebte auf einem Bauernhof mit meiner Mutter Raven. Bei ihr lernte ich kämpfen, jagen und vieles mehr. Mein Vater hat mich nach meiner Geburt verlassen. Ich hatte zwei Geschwister, die aber an Katzenschnupfen starben. Ich habe mich angesteckt, wurde aber wieder gesund. Danach haben uns unsere Besitzer aus dem Haus gesperrt. Meine Mutter wurde von ein paar anderen Streunern umgebracht. Bei diesem Zeitpunkt war ich gerade nur ein Jahr alt. Das heißt, ich streune nun schon länger hier herum und kämpfe mit fremden Streunern, die mich umbringen wollen. Ich hoffe, ihr seid nicht so eine Art Streuner. Ich könnte euch meine Kampfkunst auch beweisen."

Twilight erzählte so offen über ihr Leben wie noch nie. Twilight war eine sehr starke Katze, die keine Streuner mochte. Aber diese Streuner kamen ihr ganz bekannt vor, und sie fühlte sich in ihrer Gegenwart wohl.

[Bei Katzengruppe | setzt sich neben Alpha | redet mit Alpha]

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Anubis
Wächter der Seelen
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Alter Charakter : 4 jahre
Geschlecht : Kater
Fellfarbe : Grau/Silber
Größe : 33 cm

BeitragThema: Re: Kapitel 2: Fremde Wege   Di Mai 03, 2011 4:06 pm


Der graue Kater stand zwischen all diesen Fremden. Es war nichts vergessen von den Tagen der Aufregung und doch kam es ihm so vor, als wäre wieder alles neu, alles noch spannender und faszinierender. Aufgeregt schwenkte sein dünner Schwanz durch die Luft, während er all die Fremden betrachtete. Nie hatte er sich solch etwas vorgestellt. Einsamkeit, das vielleicht. Aber nein, selbst das nicht. Ein Lächeln spielte sich um sein feines Gesicht. Er war ein Optimist und er wusste, sie würden es schaffen. Aus dieser Stadt heraus, durch die Tore in eine bessere Welt, voll Hoffnung. Zu den Göttern, die sie selbst einmal waren. Dieser Kater hatte so Recht, so wahre Worte. Die wehmütig in dem kleinem Herzen des Katers aufschlugen und entflammten. Sie waren einst so viel wert, ihre Gattung und nun? Nun verhasst und verachtet.
Anubis schüttelte seinen zierlichen Kopf. Bis seine Aufmerksamkeit auf eine jener gezogen wurde, dessen Namen er nicht einmal kannte. Sie war ähnlich gräulich wie er. Eine kleine und feine Katze. Anfangs schien sie noch schüchtern zu sein, wie sie sich zu der Versammlung gestellte. Es war ein eigenartiger Augenblick. Katzen, die als Einzelgänger zählten, oftmals selbst als Egoist. Sie hatten sich alle hier versammelt, in Eintracht, für ein gemeinsames Ziel. Die Mau konnte den Mut und den Willen spüren. Alle wollten ein besseres Leben und er verstand sie gut. Diese Schmach mochte keiner auf sich ruhen haben, genauso wenig wie die Angst. Angst vor den ehemaligen Familienmitgliedern, Menschen die einen umsorgt hatten und nun weggeworfen, verscheucht oder gequält hatten. Ihm kamen die Worte von Kai in den Sinn und er erkannte schnell, wie skrupellos die Menschen gegen seines Gleichen vor gehen würden, nur um ihren Zorn und Beharrlichkeiten durchzusetzen.
Der Graue blieb ungeahnt schweigsam. Selten gab es Momente in denen er kein Wort verlor, er wirkte vielleicht etwas selbst verliebt, aber an sich war er einfach ein freundlicher und offener Kerl. Wenn er wie ein Wasserfall los plauderte und sich nicht mehr entsinnen konnte, was er alles gesagt hatte, so war doch immer etwas dabei, was einen Sinn hatte und irgendetwas Vermitteln sollte. Doch noch beobachteten seine Honigaugen die Umgebung und jeder dieser einzelnen Individuen prägte er sich in sein Gedächtnis ein. Er würde versuchen sie zu erinnern. Erinnerungen waren wichtig. Niemand durfte vergessen werden und so entkam seinen gespitzten Ohren der kurze Dialog einiger Katzen nicht. Sie hatten sich auf ihr Hinterteil nieder gelassen, er hingegen stand noch immer. Aufrecht, in seiner hochbeinigen Gestalt, für alles bereit. Mit leichtfüßigen Schritten ging er auf jene zu. Dies war die Katze, die eben noch so schüchtern schien, sie hatte ihr Namen, Twilight, verkündet und ein Stück von ihrem Leben. Sie offenbarte sich dieser Gemeinschaft und es war gut. Wieso sollte man sich verheimlichen oder sich zurückziehen? Anubis konnte solch ein Verhalten oft nicht nachvollziehen und meistens versucht er es nicht mal. Jeder hatte Gefühle und ein Leben, dies war doch bekannt, wieso sollte man sein Gesicht dann verbergen? Das Wahre in einem, dies war entscheidend und jede Maske würde einen nur gefangen halten, bis sie irgendwann schmerzlich bröckeln würde.
Noch schweigsam ließ er sich neben Twilight und Alpha nieder. Ein leichtes Nicken warf er den beiden fremden Katzendamen zu, bevor auch der erste Wortschwall aus ihm heraus floss. Ohne Rücksicht auf die zurückgezogene Art, die eine jener Katzen vorzeigte.

„Seid gegrüßt Twilight und Alpha. Ich bin Anubis. Ich bitte um Verzeihung, wegen der Störung und dass ich euer Gespräch zuvor bereits belauscht habe.“

Der schmale Kater blickte auf beide der Katzen, mit der Wärme vergraben in seinen gelben Augen und dem sanften Lächeln, welches oft auf seinen feinen Lippen wieder zu finden war.

„Ich freue mich sehr über diese Zusammenkunft. Das Leben scheint mir hart auf den Straßen zu sein und ich bin dankbar über jeden, der mir etwas Neues lehren kann. Hingegen euch, bin ich nur ein normaler Hauskater, der noch viel zu lernen hat. Mein Leben scheint kaum so spannend wie das Eure zu sein…“

Sein Blick huschte von Twilight zu Alpha. Ungeniert streckte er seine rosa Nase voran und betrachtete sie eindringlich. Etwas war an ihr, sie war …kalt. Es war eine so simple Antwort und doch zog er sein Gesicht zurück, als würde er sich erschrecken oder gar an ihr erfrieren. Langsam erhob er die Augen wieder und musterte nun ihren ganzen Leib. Wie Ohren angelegt waren, ihre Haltung negativ wirkte und ihr Schwanz forsch herumzuckte.

„Was ist es, dass ihr so erzürnt wirkt?!“

Wieder verlor er die Worte, die besser hätten verschwiegen werden sollten. Es war die Wahrheit, denn es war spürbar, so tief und eindringlich, dass es bald blitzte und zuckte, zwischen den Wesen. Vielleicht stimmte bei dieser Dame, dass Katzen einzelgängerisch waren oder sie war einfach tief unglücklich. Sie erinnerte an eine Königin, wie sie auf ihrer Kiste saß, neben jenem der das Wort erhoben hatte. Voller Dominanz und Sicherheit, eine geborene Führungsposition. Er war ihr König, so musste es sein, jener der nun verstummt war.

„Er kennt den Weg noch nicht, wie wir in den Wald gelangen sollen. Die Straßen sind zu gefährlich, logisch…Wie sieht es mit dem Reich unter dem blanken, kalten Asphalt aus?“

Seine Worte schienen unvermittelt, er wechselte schnell das Thema, ohne den Willen von einem davon abzulenken oder gar abzuschweifen. Es gab nur immer sehr viel, was angesprochen werden müsste.


[Bei Katzengruppe | beobachtet die Beiden | redet mit Twilight & Alpha]
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Francis
die stille Seele
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Alter : 28
Alter Charakter : 3 Jahre
Geschlecht : Kater
Fellfarbe : weiß/schwarz/grau/rostbraun
Besonderheiten : Halsband mit Adresse des Besitzers
Größe : 35 cm

BeitragThema: Re: Kapitel 2: Fremde Wege   Di Mai 03, 2011 5:58 pm

Es war grausam. Wenn nicht sogar peinlich. Diese Unbehagende Ebene auf die sich Francis befand, machte ihn klein und Kittenhaft. Doch warum dieses ganze Theater? Er hatte sich diesen Schlamassel selbst eingebrockt und nun musste er damit leben oder es versuchen zu klären. Doch nur wie? Wie konnte man einer Kätzin klar machen, dass nicht alles so ist wie es scheint? Der berühmte Satz „Schatz, das ist nicht das wonach es aussieht“ kam da schon ein bisschen plump rüber. Was konnte er stattdessen sagen? Was würde die Situation entschärfen und womöglich noch ein paar Vorteile für ihn rausschlagen? Er dachte. Dachte an die Worte seines Vaters und seine Ratschläge. Doch nichts kam dabei heraus. Er hatte immer geprahlt mit seinen Machenschaften, die ihm gelungen war. Doch seine Niederlagen ließ er immer vorweg. So konnte Francis nun nicht wissen, wie er Loretta am besten die Situation mit Jade erklären sollte. Er fühlte sich schlecht. Merkwürdig schlecht dabei, wenn er daran dachte, was er zu Jade alles gesagt und getan hatte und das in der Abwesendheit der Braunen. Er hatte es ohne Skrupel getan. Hatte dabei kein schlechtes Gewissen, doch nun, bei ihr, kam so ein Gefühl. Es war bedrückend, jedoch kein Schmerz. Es war….anders. Appetitlosigkeit kam hinzu, doch es war nicht dasselbe Gefühl, wie als wo Loretta zusammenbrach und er an sie dachte. Damals tat es gut und erwärmte sein Herz. Doch nun, ließ er die Ohren hängen und konnte ihr nicht in die Augen sehen. Hatte das Bedürfnis, ihr etwas zu erklären. Ihr alles zu sagen und keine Geheimnisse vor ihr zu haben. Doch nicht verließ seinen Fang. Keine einzige Silbe trat heraus und vollbrachte so Linderung in seinem miesen Gefühl.

Francis seufzte. Er stand in der Zwickmühle und das zwischen den Fronten und zu allem Überfluss, schaute auch noch dieser Argent von oben auf ihn herab. Wie Wahr er doch sprach, doch das löste keineswegs diesen Eindruck, als würde man ihn beobachten. Als würde Argent ihn durchblicken können und sehen können, was er denkt und wie er fühlt. Das dürfte der Silberne niemals erfahren. Er würde ihn nur damit aufziehen, ihn runter machen. Alles weiter sagen und Francis zum Gespött der ganzen Katzenwelt machen. Er hatte ja seine Alpha wieder, die gerade eine fremde Kätzin begrüßte. Mit ihr hatte er sicherlich nicht solche Scherereien. Francis hingegen hatte tatsächliche Probleme. Weiberproblem und die waren bekanntlich die schlimmsten. Doch trotzdem erhob der stämmige Kater das Wort. In seinem Wortlaut und seinem Ausdruck war keine Unsicherheit zu hören. Nichts ließ auf seine Gefühlsachterbahn schließen, die er gerade durchlebte.

„Es ist wahr. Einst waren wir Götter und die Menschen standen zu unseren Pfoten. Jetzt ist es anders, ganz anders. Wir werden getreten, gequält, missbraucht oder einfach nur solange unter Wasser gehalten, bis wir tot sind. Ja ich weiß, es ist ein grausamer tot, doch solche Menschen gibt es und diese, die uns im Nacken sitzen, werden nicht anders sein. Sie werden uns jagen, uns foltern. Sie werden ohne mit der Wimper zu zucken ihre Hunde auf uns hetzen und dabei noch wohl schlafen können. Auch ich stamme aus einem Menschenhaus und lebte, sowie Argent, nicht immer auf der Straße. Ich war wohl behütend. Wurde umsorgt und dann weg geschmissen wie eine heiße Kartoffel oder eine stinkenden Ratte. Es tat weh, verraten zu werden, doch genau deswegen müssen wir den Ganzen, den Menschen und seinem hechelnden Volk, unsere Rücken zeigen.“

Dabei schaute er immer wieder zu Jade. Würde sie deswegen vielleicht jetzt entschlossen und auf jedenfall mit ihnen gehen? Während seines Redens schaute er allerdings nicht nur sie an. Jede einzelne Katze besagte Francis eines Blickes. Durchdrang sie und versuchte, etwas ihnen zu lesen, wobei die Idee, die von einem silber getigerten Kater kam, der nicht weit von ihm entfernt saß und sich neben Alpha gesellt hatte, nicht so dumm wirkte.

„Der Getigerte könnte Recht haben. Wie wäre es, wenn wir die Tunnelsysteme von den Menschen benutzen? Da wo sie ihr Abwasser rein fließen lassen. Ich habe mal im Fernseher gesehen, eine flimmernde Kiste des Menschen, das diese oft in Seen oder Bächen enden. Vielleicht führen die aus Stadt, auch zu einem See direkt im Wald.“

Nun schaute er direkt zu Argent. Fixierte seine Augen und zeigte eine ausdruckslose Miene. Ein Versuch wäre es wert.


[versammlung, denkt, spricht]

_________________

Zweitcharakter: Tobi

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Jade
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Geschlecht : Weiblich
Fellfarbe : Schwarz - Grau meliert
Größe : 27 cm

BeitragThema: Re: Kapitel 2: Fremde Wege   Di Mai 03, 2011 6:46 pm

Jade war gerannt bis sie nicht mehr konnte und nun bei der Versammlung angekommen. Ihren Platz hatte sie sich an einer der äußeren Seiten gesucht. Sie wollte jetzt nicht direkt mit einer anderen Katze in Kontakt kommen. Schließlich hatte sie gerade ihren Bruder zurück lassen müssen. Trotz ihrer Trauer saß Jade aufrecht, da ihre Brust stolz gereckt und ihren Schwanz schön geschwungen über ihre Pfoten gelegt. Nur in ihren Augen konnte man die Trauer erkennen, die sie gerade durchmachte.
Schweigend hörte sie dem Anführer zu. Für Jade war es klar, dass sie mitkommen würde. Zwar hatte man ihren Bruder und sie nicht wirklich verstoßen. Doch sie hatte Angst, dass man ihnen etwas antat, wenn sie wieder zurück auf den Hof gingen. Sie vermisste ihr altes Zuhause und würde so gerne dort zurück. Doch nun war sie hier.
Nur einmal begegnet sie Francis Blick. Irgendwie schien auch er in Gedanken zu sein. Sie erinnerte sich an seine Worte. Menschen hatten ihn geliebt und dann weggeworfen. Für ihn musste das auch schlimm sein.
Plötzlich wollte Jade nicht mehr alleine dasitzen. Sie schlenderte durch die anwesenden Katzen bis sie bei Francis angekommen war. Dort setzte sie sich wortlos neben ihn und rieb ihren Kopf an Seinem.
"Coricopat kommt nicht mit."
Flüsterte sie ihm zu, dann verstummte sie wieder und hörte den Vorschlägen zu. Viel dazu beitragen konnte sie leider nicht, denn sie kannte sich hier nicht aus.


[Bei Francis, ist traurig]
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Twilight
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Alter : 17
Alter Charakter : 3 Jahre
Geschlecht : Katze
Fellfarbe : Creme, Gesicht dunkler
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Größe : 20 cm

BeitragThema: Re: Kapitel 2: Fremde Wege   Mi Mai 04, 2011 12:06 pm

Twilight nickte. Sie sah zu Anubis. Twilight beobachte den grau-getigerten Kater aufmerksam und plötzlich sah sie zu ihm. Neben ihn hatte sich eine Katze gesetzt, die mit Anubis nuschelte. Plötzlich überkamen Twilight Gefühle, die sie noch nie gespürt hatte. Einen Moment überkam sie Schüchternheit.


"Du hast Recht, Anubis. Das ist eine gute Idee. Auf diese Idee hätte ich auch kommen können. Aber ich denke, wir sollten einen anderen Weg finden. Dort unten kann uns viel passieren. Wir könnten im schmutzigen Wasser ertrinken oder auch einfach keinen Ausweg mehr finden. Außerdem glaube ich, dass dieser Gang nicht in den Wald führt."

Twilight hatte ihr Wort wie immer weise gewählt. Sie fand Anubis von seinem Körperbau und von seinem Aussehen her wunderschön. Sie konnte ihren Blick nicht von ihm abwenden. Anubis war doch so schön... Plötzlich hatte sich Twilight nicht mehr unter Kontrolle und ging leichtfüßig zu Anubis hinüber. Sie spitzte die Ohren aufmerksam und Glücksgefühle, wie sie es nannte, überkamen Twilight.

"Hallo Anubis. Bist du neu hier?"

Mehr viel Twilight nicht ein. Sie hatte nur noch Augen für Anubis. Erst jetzt bemerkte sie, dass eine graue Katze neben ihm saß. Sie warf der Katze einen eifersüchtigen Blick zu, und setzte sich neben Anubis. Sie leckte ihm über das Ohr und setzte sich hin.

Wieso habe ich das gemacht? Ich glaube ich habe meine große Liebe gefunden. Hoffentlich ist diese graue Katze nicht schon seine Gefährtin. Wenn doch, werden wir wohl um ihn kämpfen müssen.

Schnell trieb Twilight den Gedanken aus dem Kopf.


[Bie Katzengruppe | steht auf | redet und denkt | sitzt neben Anubis]
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Anubis
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Fellfarbe : Grau/Silber
Größe : 33 cm

BeitragThema: Re: Kapitel 2: Fremde Wege   Mi Mai 04, 2011 12:50 pm


Während der graue Tiger, neben diesen beiden Katzendamen saß, wurde ihm von einem weiteren Kater Zuspruch erteilt. Er sprach davon, dass er diesen Ort im Fernsehen gesehen hatte und das dieser Weg sicherer sein würde. Anubis nickte dem Fremden freundlich und aufrichtig zu. Auch er hatte es sich so vorgestellt. Als eine Hauskatze hatte man viel Zeit, die man unnütz ausgefüllt hatte und hierzu zählten nun auch Fernsehabenden mit Frauchen. Auf ihrem Schoß hatte Anub sich oft breit gemacht, seinen Kopf unter ihrer sanften Hand, welche sein Haupt liebkost hatte. Glatt entglitt ihm ein Schnurren, bei diesen alten Schwärmereien. Oh ja, wie er es geliebt hatte, doch bevor seine Gedanken erneut wieder abschweifen konnte, trat Twilight auf ihn zu. Alpha hingegen, hatte noch immer nicht das Wort erhoben. Der Graue hatte es damit abgestempelt, dass er wieder einmal zu voreilig seine Worte verloren hatte. Wie so oft. Er war nicht unkontrolliert, nur bitter ehrlich. Eine Ehrlichkeit die zerstörerisch sein konnte, ähnlich einem sanften Tornado.

Aufmerksam lauschte er Twilight’s Stimme. Kurze Zeit wirkte sie kaum noch so sicher, wie bei ihren vorigen Ausführungen. Es kam ihm sogar so vor, als würde gerade er, sie verunsichern oder verscheuchen.

„Vielleicht, aber die Gefahr über Land ist sicher höher. Jedoch sollten wir jedes Risiko abwägen, bevor wir uns unnütz auf einen Weg begeben, der nur unser Ende bedeuten könnte. Denn wenn die Abwasserkanäle wahrlich nicht in den Wald, durch Flüsse oder Seen enden, dann kann dies nichts Gutes bedeuten…“


Seine gelblich glühenden Augen klebten an dieser jungen Katze. Sie war zierlich, so schmal und klein, dass selbst Anubis ihre Größe überragt, obgleich er selbst ein feiner und überschaubarer Kater war. Er konnte nicht mit pompöser Größe und herrischer Kraft protzen, jedoch mit seiner göttlichen Gattung. Diese ägyptische Mau, gerade er sprach von den vergangenen Zeiten mit Göttern und dem alten Glanz der Katzen. Jedes einzelne Schnurrhaar versprühte diese Macht und einen Funken seiner Arroganz, die tief in dem reinen Herzen verborgen war.

Den Blick von ihr erwiderte er, mit der typischen Neugier, die in ihm bebte und pochte. Noch ahnte er nicht, was zu gleich passieren würde. Aber irgendetwas war dort, was er spürte, deutlich erkannt und doch unbekannt war. Der Kater war kein Jüngling mehr und trotz seiner Jahre, schien er ab und an unerfahren und kindlich. Der Geist in ihm war endlos reif, nur sein Wissen über die wahre Welt war beschränkt. So viel war in seiner häuslichen Geborgenheit an ihm vorbei geflossen. Wie nun mal auch das Dasein einer Katze, einer Gefährtin, einer wahren Liebe. Anubis ließ seinen Kopf in eine schräge fallen, immer noch die Beige im Blick.

„Jah, neu trifft es sehr gut. Ich bin erst seit wenigen Tagen hier…auf den Straßen. Mein Dasein war zuvor das wohlig warme Zuhause meines Frauchens, bis sie zur Närrin wurde und mich zurückgelassen hatte. Jedoch verübel ich es ihr nicht, sie wollte ihr Leben schützen und nun beginn ich mein Neues. Offen für diese unbekannte Welt. Ich habe bereits von deiner Geschichte gehört und es klingt so, als könntest du mir sicher ein Stück von diesem Reich lehren…“

Bevor er seine Worte endgültig beenden konnte, geschah jenes, was er nicht erwartet hatte. Die Zunge der Fremden strich, mit ihrer rauen Oberfläche, sanft über sein Ohr. Ein angenehmer Schauer durchfuhr den zierlichen Kater, der seine Augen schloss und ein Schnurren so stark unterdrücken musste, dass er nicht wusste, ob ihm doch der wohlige Laut entkommen war. Verstehen konnte Anubis zu diesem Zeitpunkt dieses Handeln nicht und es war wohl der erste Augenblick in seinem Leben, dass er sich kein ‚Warum?’ als Frage gestellt hatte. Nein, diesmal war er so schweigsam, wie zu seltenen Momenten und genoss den kurzen, aber starken und sinnigen Atemzug, der durch seine bebende Brust zog.

[Bei Katzengruppe | hört Francis zu & nickt ihm darauf entgegen | denkt kurz über Alpha nach |redet mit Twilight | erstarrt durch ihre Geste & genießt | ist von der Situation her überfordert & schweigt]
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Argent
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BeitragThema: Re: Kapitel 2: Fremde Wege   Mi Mai 04, 2011 3:22 pm

Argent hatte keine Zeit sich nach Alpha zu sehen. Er hatte keine Zeit, auf Carusos Reaktion zu achten. Er hatte keine Zeit seinen eigenen Gedanken lange nachzugehen. Er hatte nicht mal genug Zeit um zu planen. Ja, was noch schlimmer war: Er hatte nicht mal genug Zeit, um allen Katzen genügend Aufmerksamkeit zu schenken. Er hatte nur genug Zeit, um sich die Vorschläge anzuhören und darauf zu antworten. Bevor jedoch etwas sagen konnte kam eine neue Katze zu dem Trupp. Sie stellte sich laut als Twilight vor und erzählte, sie wolle sich der Gruppe anschließen. Mehr musste Argent nicht hören. Alpha kam in ihrer gewohnten kalten Haltung zu der Fremden und redete mit ihr. Der Silberne hätte sie so oder so ignoriert. Ob nun einer auf sie eingegangen wäre oder nicht. Das war egal. Er hatte keine Zeit! Alpha lief zurück zu ihrem alten Platz und Twilight folgte ihr. Argent sah in die Runde. Leises Murmeln erfüllte die Luft, als wären hier keine Katzen, sondern ein kleiner Bach. Die Gruppe musste scheinbar noch ein bisschen was klären, bevor man einen Gedanken an die Fluch verschwenden konnte.

Plötzlich erhob eine Ägyptische Mau ihren Stimme, deren Name Argent nicht kannte und es hagelte Zustimmungen. Es regnete kein Wasser mehr, sondern Sätze und dem Silbernen kam es so vor, als würden sie ihn erschlagen, als könnte er jeden Moment keine Luft mehr bekommen. Er stand auf - den Schwanz in die Höhe, das Kinn erhoben - um noch weiter aufzuragen. Äußerlich wirkte er stark, doch innerlich sagte er sich immer wieder, er würde Autorität und Respekt ausstrahlen. Er hoffte innig, dass man ihn akzeptierte. Bisher gab es keinen Widerstand. Warum sollte man auch hier her kommen, mit der Erwartung, das man selbst der Chef war? Die Mau hatte in der dritten Form gesprochen, schien mehr mit den Katzen um ihr beschäftigt zu sein, als mit Argent, doch der Kater ging trotzdem darauf ein. Schon allein, weil Francis diese Idee weiter führte.

“Hervorragende Idee! Wir haben hier einige kluge Köpfchen unter uns.“

Argent lächelte verschmitzt. Er setzte sich wieder und schwieg, um weiter zu hören, was der Fremdling sagte. Da er weiter in der Gasse saß und unter dem Gemurmel womöglich jemand seine Idee nicht gehört hatte hob Argent seine Stimme, damit nun wirklich jeder erfahren konnte, wie man aus der Stadt gelangen könnte:

“Wir könnten also durch die Abwasserkanäle verschwinden. Ich glaube nicht, dass wir hier in der Gasse einen Gullideckel finden, aber das ist auch nicht weiter schlimm. Wir müssen nur dem Fluss des Regenwassers folgen. Fraglich ist allerdings, wie man in den Kanal kommt. Wir sind ja nun auch nicht die Stärksten. Dennoch ist dies eine gute Idee. Wir können also das Risiko eingehen und unter der Erde einen Weg nach Draußen suche. Risiko: Es könnte sein, dass wir nicht dort landen, wo wir es gerne hätten, wir könnten uns in der Kanalisation verirren und... Francis! Du scheinst mehr zu wissen, als ich. Weißt du, ob man dort unten ertrinken kann?“

Argent war überrascht, wie fröhlich der Name seines Feindes klang, als er ihn sagte. Ob das was gutes war? Francis hatte Ahnung. Er hatte dem Silbernen schon viel gezeigt, ohne es zu wissen. Argent vermerkte sich selbst, dass die „Flimmerkiste“ ein Fernseher war. Er würde dieses Wort womöglich nicht mehr brauchen, aber man wusste ja nie so recht...
Gerne hätte der Silberne weiter ausgeführt, wie man sich aus dem Stadttor schleichen könnte, doch zunächst wollte er Francis Zeit lassen die Frage zu beantworten. Vielleicht würde ja noch jemand etwas dazu sagen?!


[bei der Gruppe | hat keine Zeit | sieht Twillight kommen | hört Anubis und Francis zu | geht auf ihre Idee ein | fragt Francis etwas | denkt]

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Alpha
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BeitragThema: Re: Kapitel 2: Fremde Wege   Mi Mai 04, 2011 6:50 pm

Twilight kam schnell nach. Alpha konnte sicht gut vorstellen, dass man sich unter so einer Masse von Katzen verloren fühlen musste, besonders, wenn man niemanden kannte. Sie selbst hatte ja keine Ahnung, wie alle hießen, doch sie hatte den Vorteil, die Gefährtin des Anführers zu sein. Die Gefährtin von Argent. Die lügende, schöne, hinterhältige, verliebte, verlogene, naive Gefährtin. Wie ein Wasserfall redete Twilight gleich drauf los, als sie bei Alpha ankam. Die Bunte verengte skeptisch die Augen, legte die Ohren an. Ihr Schwanz zuckt weiterhin wild umher und die hellbraune Spitze wirkte wie der Kopf eines Regenwurms, der sein Loch suchte. Alpha hätte liebend gerne der Fremden gesagt, sie solle den Mund halten. Hatte man heutzutage keinen Anstand mehr? Wer plapperte so vor sich hin? Ja, meine Güte, sie befanden sich in einer misslichen Lage, aber musste man da seine halbe Lebensgeschichte einer Fremden erzählen? Einer Fremden, der es nicht gerade besser ging und die auch noch vom Charakter her feindlich gegenüber Unbekannten war? War das so nötig? Alpha öffnete schon das Maul, um ein paar giftige Worte entfliehen zu lassen, als ein hübscher grauer Kater, mit dunklen Tupfen zu ihnen trat. Die Bunte wusste, dass sie lächerlich kindisch wirkte, wenn sie wütend war und fing sie erst einmal an, dass Ventil zu öffnen und ihre Wut durch Worte frei zu lassen, dann konnte sich kaum jemand ein Lächeln verkneifen, aber das war ihr egal. Alpha konnte es gar nicht erwarten endlich alles raus zu lassen, aber dieser Fremdling war so freundlich zu ihr und Twilight, dass sie einfach nur abwarten konnte.

Er erzählte, dass er eine Hauskatze war - er hieße Anbuis - , sprach die von Wut verzerrte Mine von Alpha an, wechselte aber schnell das Thema. Die Bunte ließ sich aber nicht ablenken. Sie war eine Schlange, die ihr Gift verteilen wollte, obwohl ihre Zähne nicht mehr die Besten waren. Sie öffnete erneut das Maul, um sich zu erklären, doch der Getupfte kam ihr zuvor. Die Bunte blickte zu ihrem Geliebten empor. Er hatte die Idee Anubis’ aufgeschnappt und redete so vor sich hin. Alpha kam es so vor, als würde niemand so wirklich zu hören. Überall gemurmel... Stimmen...

Alpha ließ ihren Blick über die Masse schweben. Sie blieb an Francis hängen, der sich mit einer anderen Katze beschäftigte. Wie konnte er nur? Was war mit Loretta und Aiko? Wollte er der Kleinen ein schlechtes Vorbild sein? Fast wäre Alpha aufgestanden und hätte dem Kater die Leviten gelesen, als Twilight Anubis zustimmte und auf ihn zuging. Die Bunte sah das Verlangen in den Augen der anderen Katze. Spielten hier denn alle verrückt? Die zwei Katzen vor Alpha redeten über die Idee des Getupften. Scheinbar waren sie sehr angetan davon. Argent hatte irgendwie Twilight überhört. Sie sprach entweder zu leise oder aber, er hatte es extra getan, aber dass konnte sich Alpha nicht vorstellen. Dafür ging er auf Anubis ein, der ja auch die Idee angeschnitten hatte. Sie konnten also durch die Kanalisation verschwinden. Bisher hatte Alpha noch nicht einen Ort gesehen wo sie... oder? Die Bunte steckte ihre Wut zurück, um mitzuteilen, was sie wusste.

“Entschuldige, Francis, dass ich dir zuvorkomme.“

sagte Alpha und lächelte zu dem Kater, aber ihr Blick war eiskalt. Verräter!

“Argent, du weißt, die Straßen sind meine Heimat. Ich kann auch keine Deckel anheben, aber ich weiß, dass es hier unterirdische Ruinen gibt. Sie sind klein, aber der Eingang zu ihnen ist leicht zu bewältigen. Es gibt ein eingestürztes Haus – das einzige hier - durch das man dorthin gelangt. In den Ruinen sind alte Rohre. Ich weiß nicht, ob man dadurch kann. Ich habe es noch nicht ausprobiert, aber ich habe von Katzen gehört, dass man über sie in die Hauptleitung der Kanalisation gelangt und von da aus könnte man nach draußen kommen. Ich persönlich halte die Idee für gut, aber ich befürchte, dass sie wegen der Risiken nicht umsetzbar ist.“

Alpha hatte den Blick auf Argent gerichtet, nicht lange, weil Anubis weiter sprach. Verächtlich fauchte die Bunte und wandte ihre Augen ab. Ihr Hass gegenüber allen Fremden war tief verwurzelt und Anubis gab ihr jetzt Grund genug die ganze aufgestaute Wut rauszulassen. Ob es nun lächerlich wirkte oder nicht, dass war Alpha egal.

“Hauskatzen“

zischte die Bunte wütend.

“Du fragst, warum ich so wütend bin, so zornig? Wegen euch! Ich habe mich mit manchen Hauskatzen abgefunden, aber jetzt sind es zu viele. Es geht zu weit. Ihr klaut mir das Futter. Meine Existenz ist gefährdet. Ohne Argent wäre ich tot! Ich wurde auf der Straße geboren und so erzogen, dass ich alle Fremden nicht ausstehen kann. Wirklich alle. Man braucht gute Gründe, um mein Herz zu gewinnen. Hauskatzen... die sind wie Ratten. Sie vermehren sich, ohne etwas getan zu haben und jetzt sieh dir an, was daraus entstanden ist!“

Der Zorn war verblasst, der Durst gestillt. Alpha schaute einfach nur noch finster hin und her. Sie rümpfte die Nase, als ihr der Gestank in dieser Gasse in diese stieg. Offen über einen Charakter zu sprechen erleichterte so einiges. Alphas Worte klangen wie Nadelstiche, doch die Spitzen der Nadeln waren stumpf. Sie wusste, dass sie niemals so sein konnte wie ihre Schwester, die so herrlich eifersüchtig und kalt war, aber damit hatte Alpha sich schon lange zufrieden gegeben. Die Feindseligkeit war tief in ihr verwurzelt und sie konnte diese einfach nicht los werden. Es war ihre Fassade, hinter der sie sich verstecken konnte und stürzte diese doch mal ein, so gab es noch Argent. Argent... Caruso... warum?


[bei der Gruppe neben Twilight und Anubis | hört zu | guckt sich um | redet mit Argent | giftet Anubis an | denkt]

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Twilight
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BeitragThema: Re: Kapitel 2: Fremde Wege   Do Mai 05, 2011 1:59 pm

Twlight stand auf und stellte sich beschützend vor Anubis. Ihr eisblauer Blick durchbohrte Alpha förmlich. Sie überleckte kurz ihre Worte und ging näher an Alpha herran.

"Was bildest du dir eigentlich ein, wer du bist? Was hat dir Anubis getan? Glaub mir Alpha, Argent war wahrscheinlich auch eine Hauskatze. Sagst du zu ihm so etwas beleidigendes, weil er vielleicht eine Hauskatze gewesen ist? Das ist echt wiederwertig. Wenn du noch einmal Anubis beleidigst, kämpfe ich mit dir, so dass du danach nicht mehr gehen kannnst!"

Twilight drohte Alpha schon fast. Twilight wusste nicht, was sie tat. Ihr Fell sträubte sich und sie fauchte den Namen Alpha nur noch. Ein Gefühl der Liebe überkam Twilight. In ihr wisperte eine Stimme den Namen Anubis... Die kleine Katze knurrte laut und zeigte ihre Zähne.

"Zeig, was du kannst, Alpha! Zeig es mir. Du hast kein Recht, jemanden zu beschimpfen, der dir nichts getan hat. Ich war auch ein hauskätzchen, vor langer Zeit. Aber ich kann mich mit dem abfinden, was mir begegnet. Außer mit dir. du beleidigst hier wahrscheinlich auch noch mich. Was bildest du dir ein? Das du hier die Anführerin der Streuner bist und sagen kannst, dass Hauskätzchen schwächlich sind? da hast du dich gettäuscht!"

feuerte Twilight Alpha förmlich an. Sie war bereit, um das recht von Anubis zu kämpfen, auch wenn sie dabei sterben würde.
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Anubis
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BeitragThema: Re: Kapitel 2: Fremde Wege   Do Mai 05, 2011 5:10 pm


Anubis löste sich von seiner Erstarrung und sein Geist fing sich, wie ein Fisch in einem verworrenen Netz, welches den Grund des Meeres abgraste. Das warnende Geräusch des Fauchens drang an sein sensibles Ohr. Ohne Frage war es an ihn gerichtet. Seine offenen Augen, in ihrem gelben Sonnenschein, waren weder erschrocken noch verwundert. Auch gab es dort keine Angst oder den Anschein von Kränkung. Nein, dieser Kater hörte der fauchenden Katze aufmerksam zu. Als hätte es nichts gegeben, womit sie ihn beschimpfte. Ein sanftes Lächeln fand sich in seinem zierlichen Gesicht. So gutmütig und liebevoll, dass es offensichtlich war, dass er es nicht aus Hohn oder Verachtung tat. Nein, diese Geste war aufrichtig und ehrlich. Wie dieser ganze Kater. Die Bunte wurde nicht bei ihrer Ausführung von ihm unterbrochen, er blieb die Ruhe, nicht jene vor einem Sturm, sondern jene, die so besonnen war, dass sie anstecken konnte. Obgleich es in dieser Situation zu bezweifeln war, dass er Alpha hätte mit seiner Art anstecken können. In seinem Geiste jedoch, war jeder gut und jeder hatte eine Chance, mehrere, endlos viele und so war er, wie er war und würde dieses fremde Wesen wahrscheinlich nur noch mehr erzürnen.

Mit einem schiefen Kopf, betrachtete er das Handeln von Twilight. Auch in ihr war bittere Wahrheit vergraben. Anubis wusste sie meinte ihre Worte ernst, als sie sich vor ihm schob, schützend, mit eben so fauchenden Worten, wie Alpha zuvor. Der Graue musste gar ein knappes Seufzen unterdrücken, welches in sich hoch bahnen wollte, obgleich er immer noch diese Ausstrahlung hatte, die so unendlich optimistisch und positiv war. Es war der Zorn und die Wut der beiden Fremden, die ihn enttäuscht.

„Twilight, ich bitte dich, überleg dir deine Worte gut. Ich bedarf keines Schutzes und Gewaltschwüre sind kein Weg, der von Besserung spricht! Hass kann man nicht mit Hass bekämpfen. “

Elegant schlich er an der zierlichen Katze vorbei und ließ sie neben sich stehen. Ein vielsagender Blick ruhte auf ihr und er ermahnte sie mit seinen sanften Augen, dass auch sie erkennen musste, dass sie ebenso auf dem falschen Weg wandelte, wie es Alpha tat. Sachte setzte er eine Pfote auf ihre und demonstrierte damit, wie er ihre Wut hinfort drücken wollte, bevor sie doch noch ihre Krallen erhoben würde. Es war eine kurze sachte Berührung. Nach dieser Tat, wandte er sich zu der garstigen Bunten.

„Deine Worte sind so bitter und bedauernswert. Es gibt so viele Dinge, die dir entgehen und ich bin mir sicher, dass dein Weg des Lebens dir so nie leichter von der Pfote geht. Du versperrst dir ein neues Reich…Zudem, wieso gehst du diesen Weg, wieso bist du bei dieser Versammlung, wenn du uns alle verachtest? Jene, die zu euch stoßen, um euch zu unterstützen, mit gutem Willen und reinen Herzen. Wir sind alle bereit! Wir sind alle bereit für ein neues Leben zu kämpfen und du verschmähst uns, nur aus altem Frust und unlogischen Lehren! Wir sind eine Stütze, keine Bürde. Mach die Augen auf, Alpha…Dann schau dir die Menge an, wie sie zu deinem Argent aufschauen, während du erzürnt hier sitzt, zusammen gekauert in deinem langsam verwesenden Geist. Mit Blicken, die Andere verurteilen und doch unendlich sehnsüchtig aus sehen…“

Der Kater dachte nicht daran zu schweigen und es war ihm gleich, dass diese Katze nur noch weiter ihren Groll in sich verspüren würde. Er wollte ihr die Welt zeigen, die sie mit ihrem starren und kalten Blick nicht wahrnahm, nicht erkannte. Anubis war in einer Rage, während er sprach und doch war seine Stimme ruhig, wie ein leises Lied. So beständig in ihrer Art und eindringlich, wirkte jedes Wort für sich.

„Wo nach sehnst du dich wirklich? -
Nicht jeder ist an deinem Frust schuld, du musst mit dir im Reinen sein…!“


Wieder legte er eine Pause ein. Sein Blick schwenkte zwischen ihr und Argent, dieser Graue. Er war anders als sie. Er kämpfte für alle.

„Bist du nicht stolz auf Argent? Unterstütze ihn, wenn du ohne ihn bereits den Tod gefunden hättest und er dein goldener Retter ist, dann schenke ihm mehr als dein Herz. Mehr als nur einen sturen Geist, der ihm nach und nach zur Last fallen wird. Wie ein Stein, den er mit sich schleppen muss. Zeig ihm, dass du mehr sein kannst…Oder ist er dir so egal? Ist er nur ein Mittel zum Zweck?!“

Immer noch ignorierte er jedes Wort, welches ihn betitelte, zu niederen Wesen. Ratten, unrecht des Lebens. Sie sprach Dinge, die sie selber niemals beurteilen konnte. Nie!

„Und wie kannst du über das Dasein andere urteilen! Niemand kann entscheiden, in welches Leben er hinein geboren wird. Das Leben ist ein Geschenk, für jeden von uns. Also urteile nicht darüber, auch dir hätte ein anderes Dasein beherrscht werden können. Eine andere Welt, die vielleicht grausamer war, als die deine, oder eine, die so sanft und warmherzig gewesen wäre, dass du dich nun selbst für deine Worte tadeln und vor denen zurück schrecken würdest.“

Noch lag dieses Lächeln auf seinen feinen Lippen. Dieses herrschende und demütige Lächeln zu gleich. Es war kein Zeichen seiner Freude, es war ein Zeichen seiner Wärme. Er erkannte sie an, trotz ihrer Meinung und vielleicht würde sie dieses alles verstehen. Wenn nicht, so würde es wahrscheinlich schwierig werden, denn was Anubis nicht wusste war, wie sie auf seine ganzen Worte reagierte. Sie waren wie ein Wasserfall aus ihm herausgesprudelt und kamen mit einer dröhnenden Geschwindigkeit auf sie zu gerauscht. Einnehmend und erschlagend. Es gab keinen Zweifel an dieser Mau, er war eigen, trotz seines guten Wesen. Sicherlich würde es viele geben, die ihn nicht verstanden, wieso er sich dieses zu Herzen nahm und nicht zur Kralle. Ein Kampf wäre vielleicht so viel einfacher, aber er würde nichts lösen, kein einziges Problem. Die Konflikte würden nur größer werden und so hoffte Anubis, dass die Bunte vor seinen Augen ihre Maske ablegen würde. Er wollte keinen Wandel von einer Sekunde zur anderen, jedoch eine Akzeptanz. Denn jeder durfte Leben und jeder war hier willkommen, sonst würde keine Katze und kein Kater eine Zusammenkunft hervorrufen.

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Alpha
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BeitragThema: Re: Kapitel 2: Fremde Wege   Fr Mai 06, 2011 3:51 pm

Empört. Das traf es wohl am besten. Wie hatte Twilight es wagen können sich ihr in den Weg zu stellen? Und dann drohte sie auch noch mit einem Kampf! Feigling. Das Wort kam Alpha sofort in den Sinn, als sie der noch fremden Kätzin zuhörte. Kämpfen wollte sie. Kämpfen, entweder um ihre Ehre oder aber um die Ehre aller Hauskatzen. Vielleicht auch einfach nur, um Anubis zu zeigen, was sie so konnte. Lachhaft war das. Alpha verengte die Augen. Das konnte und wollte sie nicht einfach auf sich sitzen lassen. Anubis war bereits aufgestanden und wollte um Twilight herum gehen. Er wirkte ruhig, lächelte. Er wirkte allwissend. Wie eine Gottheit, die auf ihre Kinder herab blickte. Alpha ließ sich davon nicht irritieren. Die Bunte stand auf, ihr Fell sträubte sich, doch sie fauchte nicht. Es kamen nur zischende Laute aus ihrem Mund, die sich zu Worten formten:

“Du hast keine Ahnung, wie ich aufgewachsen bin und ich weiß ganz genau, dass Argent eine Hauskatze ist, doch er ist anders. Er passt sich an das Leben auf den Straßen an, während die anderen faulen Katzen hoffen, dass sie sich mit Stehlen über die Runden bringen können. Und drohe mir nicht. Das ist ein Fehler. Ich habe mehr als nur einen Kater an meiner Seite, der sich für mich opfern würde. Glaube mir, ich bin nicht allein.“

Dabei beließ sie es. Noch einen kalten Blick warf Alpha Twilight zu, bevor sie sich wieder setze und Anubis Worten lauschte. Wie konnte man nur eine solche Ruhe besitzen? Das war so surreal, so unwirklich. Der Kater schien voll Weisheit zu sein. Er wusste, wie man Streit schlichtete. Ein grauer, wunderschöner Kater, zugleich klug und aufrichtig. Das war Argent in noch schöner, noch besser. Alphas Fell glättete sich. Ihre Ohren waren nicht angelegt, zitterten aber, als würden sie jeden Moment nach hinten klappen. Ihr Schwanz lag säuberlich auf ihren Pfoten, doch die Spitze zuckte hin und her. Es war wie mit dem Verhältnis zwischen Lauge und Säure. Ein Tropfen zu viel und der Neutralpunkt war überwunden. Und diese neutrale Stelle war klein. Unheimlich klein. Ein falsches Wort und Alpha würde zurück in die fiese Haltung gehen. Ein richtiges Wort und Alpha würde in eine freundliche Position verfallen. Die Bunte hörte nur zu. Ihr Haltung blieb gleich. Ihr Gesichtsausdruck verschlüsselt. Sie war Caruso. Sie war der Kater, mit den undurchdringlichen Augen.

Als Anubis geendet hatte war kein Wort über Alphas Lippen gekehrt. Es gab jetzt nur noch ihn und sie. Argent war weg. Twilight war weg. Die Gedanken um Caruso waren verschwunden. Die Gasse schien wie leergefegt. Würde sie jetzt jemand anderes mit Ausnahme von Anubis ansprechen: Alpha würde nicht auf ihn reagieren. Sie überdachte die Worte des Katers. Noch befand sie sich im Neutralpunkt. Langsam hörten ihre Ohren auf zu zittern, ihre Schwanzspitze lag still da, ihr Gesicht hellte sich auf. Sie lächelte nicht, aber sie schien von innen heraus zu strahlen.

“Weißt du Anubis, ich bin hier, um mich zu ändern. Ich wollte den Clan. Ich wollte fliehen. Schon vor langer Zeit. Ich verabscheue die Stadt.“

die Stimme der Bunten war zart, wie Seide, umschmeichelte alle, die ihr zuhörten und konnte sie leicht um den Verstand bringen. Argent wäre hin und weg gewesen. Es war nur ihr Ton. Nicht die Worte. Sie hätte jetzt Beschimpfungen sagen können und jeder, der ihre Sprache nicht kannte wäre verzückt gewesen, hätte nicht kapiert, dass er soeben beleidigt wurde.

“Deine Worte haben mehr Gewicht, als du vielleicht denkst. Hinter all diesen Augen verbergen sich Geheimnisse und auch ich trage viel Frust in meinem Herzen, den ich nicht teilen kann. Es ist nicht meine Art Katzen schnell zu vertrauen. Bevor ich gelernt habe Argent zu lieben habe ich ihn nur ausgenutzt. Er weiß es nicht, er darf es nicht wissen. Ich liebe ihn, daran wird sich auch vorerst nichts ändern.“

während Alpha sprach sah sie hinauf zu dem silbernen Kater. Ihre Augen glitzerten ihm fahlen Licht. Tränen waren in ihnen. Eine unsichtbare Macht schien auf Alphas Lunge zu drücken und ihr den Atem zu rauben. Liebe war tödlich. Sie liebte Argent so sehr. Sie liebte ihn... langsam begann sich die Sicht der Bunten wieder zu weiten. Die anderen Katzen waren wieder da. Ihre Seelen bewohnten die Gasse, ihre Körper ebenso. Alpha sah sich zu Caruso um. In diesem Moment wäre sie ohne zu zögern Argent gefolgt. Doch eine Entscheidung zwischen zwei Katern brauchte seine Zeit. Alpha sah zurück in die sonnengleichen Augen Anubis’.

“Argent hasst Veränderungen. Er kann sie nicht ausstehen. Ich werde für ihn da sein. Wie damals, als er auf die Straße kam. Es kommt ihn dann alles so falsch vor, als wäre seine Haut zu klein geworden. Ich verabscheue Fremde und Hauskatzen, weil ich um meine Existenz fürchte und meine Vergangenheit nicht berauschend war. Doch du bist eine aufrichtige, ehrliche Katze. Du bist ein Ruhepol. Es würde mich freuen, wenn du mich im Clan der Samtpfoten beehren würdest. Mehr als das sogar.“

dieses wunderschöne Lächeln, welches Alpha so oft schon Argent geschenkt hatte zauberte sich auf ihre Lippen. Es strahlte zwar keine Liebe aus, aber Respekt und Annerkennung. Sie konnte den Silbernen nicht davon überzeugen Anubis zu fragen. Dafür brauchte er zu lange. Sie waren nur zu Dritt im Clan. Alpha war sich sicher, dass Francis, Loretta und Aiko auch aufgenommen werden würden. Sie konnte fragen, wenn Argent es nicht tat. Er verabscheute Francis zwar, doch er schien zu wissen, dass der Kater notwendig war. Die Zeit würde zeigen, wie sich die Dinge entwickelten. Es konnte nur besser werden.


[bei der Gruppe bei Anubis und Twilight | verteidigt sich vor Twilight | hört Anubis zu | wird froh | redet | sieht sich zu Argent und Caruso um | fragt Anubis, ob er in den Clan will | denkt]
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BeitragThema: Re: Kapitel 2: Fremde Wege   Sa Mai 07, 2011 9:55 am

Der Kater hatte gebadet. Klasse. Sein ganzes Fell war nass. Nein, es triefte vor Nässe und hatte nicht die Anstalten schnell wieder trocken zu werden. Takara war zu ihm gekommen um ihn auf zu ziehen.

"Ha. Ich stelle mich wenigstens meiner Angst, im Gegensatz zu dir, Hauskatze!"

Der Kater hatte geknurrt und war zu seinem Bau, wenn man den hohlen Baum so nennen wollte, zurück geschlichen. Dort hatte er sich nieder gelegt und war eingeschlafen. Etwas Zeit war vergangen und nun blickte er hinaus auf den Wald. Vor ihm gähnte das Nichts. Nichts war los und Nichts passierte großartig.
Er wartete auf diese Hauskatze, wie er Takara immer nannte und fuhrt sich mit der Tatze über die Nase. Immer noch klebten Kletten, Moos und viele andere Dinge wie Blätter, Zweige und Staub in seinem alten Fell, das ihn nur noch wenig vor dem störrischen Wind schützte. Er wusste, das er irgendwann sterben würde und das es nah lag und nicht mehr in der weiten Ferne. Er würde bald sterben, aber jetzt wollte er es noch nicht. Nein, er hatte ja noch etwas zu tun; Takara bis zur Weißglut bringen.

Seine Vergangenheit würde sie erzürnen lassen, aber darauf legte er es gar nicht an. Wenn sie wollte würde sie ihn töten können, mit einem Schlag, aber sie hatte Angst und das würde er ihr unter die Nase binden.
Außerdem versorgte sie ihn mit dieser sperlichen Nahrung, die gerade so zum Leben reichte und das war ein Zeichen von Unterwerfung. Wie sehr er es doch liebte, seine Machte auszuschöpfen. Innerlich war er bereit ihr gegenüber zu treten. Sein Körper jedoch lag weit unter seinem Geist. Dieser verlange Ruhe und langsame Bewegungen, denn er altere mit jeder Sekunde. Das Alte und Gebrechliche hatte sich in seinen Knochen eingenistet und nun auch Kontrolle über seine Organe genommen.
Mit einem Zucken im Ohr wartete er auf Takara. Wo war dieser Rabenbraten nur?


[Miau -> wartet auf Takara um sie zu ärgern]

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BeitragThema: Re: Kapitel 2: Fremde Wege   Sa Mai 07, 2011 12:26 pm

Die Luft war wieder wunderbar klar und nicht mehr so erdrückend wie es die Schwüle zuvor gewesen war. Es war herrlich diese Luft einzuatmen, die kühle Luft in seinem Körper zu spüren bis sie sich erwärmte. Der Regen hatte aufgehört und das Fell der grauen Katze war zwar noch ein bisschen feucht, doch es würde bald wieder staubtrocken sein. Das war eben der Vorteil von kurzem Fell, und von Leckarbeiten. Der alte Asarel, den sie wieder gefunden hatte konnte es natürlich nicht lassen sie aufzuziehen, auch wenn sie diesmal den Sinn seiner Stichellei nicht ganz verstand.

"Was meinst du damit, alter Kater?"

Man merkte zwar, das Takara sich wieder besser fühlte, da die Luft wieder so frisch wie sonst war, aber ihre Stimme war alles andere als freundlich - so wie immer. Ein Fauchen war darin nicht zu erkennen, aber der grobe, abweisende Ton blieb in ihrer Stimme. Feundlichkeit hatte Takara schon lange nicht mehr erlebt, warum sollte sie diese dann benutzen? Das wäre schwachsinn und zugleich verschwendung, also gab sie direkt ihre Meinung Preis, immer den dem harten groben Ton wie sonst. Asarel knurrte, verschwand dann aber in der Aushöhlung eines alten Baumes, war er jetzt etwas beleidigt weil seine Beleidigung daneben gegangen war? Er hätte auch belustigt sein können, weil sie es nicht verstanden hatte. Egal, der Alte hatte mal wieder seine Launen und jetzt wollte er seine Ruhe. Ein schadenfrohes Lächeln stahl sich auf Takaras Schnauze, der alte brauchte ein kleines Schläfchen um sich zu erholen. Wie hilflos. Pfff.

Da der alte Kater schlief, konnte sie genauso gut jagen. Seid dem letzen Treffen mit Asarel hatte der Alte nichts mehr gefressen - und sie selbst auch nicht - und er würde bestimmt nach Nahrung quengeln sobald er aus seinem Erholungschläfchen erwachen würde. Gemächlich stand die graue auf und streckte sich langsam. Eile verlangte es nicht, sie würde sich für den alten nie im Leben abhetzen, im Gegenteil, sie könnte länger wegbleiben und so den alten reizen. Er brauchte sie zum Leben, er war von ihr abhängig, wie von einer Droge die ihm zu essen gab, eine Droge welche ihm am Leben erhielt. Und diese Droge würde nun wieder Futter besorgen.

Mit leichten Pfotenschritten lief sie leise durch den Wald, mit leicht geöffnetem Maul und gespitzten Ohren um jede noch so kleine Bewegung und noch so schwachen Geruch aufzunehmen. Die Dämmerung setzte ein, doch der Wald war noch voller Leben, bis sich die Tiere langsam zum schlafen niederlegen würden. Jetzt konnte man also noch Beute fangen. Ein schwacher Geruch streife Takaras Nase, Maus. Doch diese war ihr zu weit weg, bestimmt würde es auch noch Beute in ihrer Nähe geben. Doch ein weiterer Geruch beanspruchte schon ihre aufmerksamkeit. Ein Eichhörnchen war nicht weit von ihr entfernt - sie konnte den buschigen Schwanz erkennen - es sammelte sein eigenes Futter. Takara verspürte keine Lust auf ein Eichhörnchen, trotzdem verfiel sie in Kauerstellung und schlich sich Pfote um Pfote an ihre Beute heran. Asarel würde sich mit einem Eichelfresser nicht zufrieden geben, aber es sprach nichts dagegen das sie es tötete. Sie verspürte gerade Lust darauf ihre Krallen in den weichen Leib des Eichhörnchens zu stechen, einfach weil es so glücklich aussah.

Man konnte es krank nennen, aber Takara machte es wütend das dieses Eichhörnchen so fleißig mit dümmlichen Gesichtsausdruck seine Nüsse sammelte. Sie unterdrückte ein fauchen und kroch näher, ihr Fell berührte den Boden und jetzt war sie nah genug für einen Sprung an dem Eichhörnchen dran. Solche Eichelfresser waren schnell, also musste sie einen günstigen Moment abwarten, erwischte sie den falschen so was das Mistvieh in kürze auf dem Baum und das hieß: Aufwiedersehen!

Takaras Schwanzspitze zuckte vor erwartung und Zorn hin und her, ihre Krallen waren schon zu sehen und man konnte ihre Anspannung fast fühlen. Die Augen der Kätzin drückten ihr Verlangen nach dem Blut der Eichelfressers aus, und sie hielt den Atem an als das Eichhörnchen ihr den Rücken zutrete. Jetzt! Takara drückte sich mit ihren kräftigen Hinterläufen vom Boden ab und sprang direkt auf das Eichhörnchen zu. Das Eichhörnchen quiekte entsetzt, doch da hatten Takaras Krallen schon ihren Weg in den weichen Leib gefunden. Sie freute sich nicht - das Eichhörnchen hatte gequiekt und somit die anderen gewarnt. Ausdruckslos betrachtete sie den erschlaften Leib zwischen ihren Pfoten, der Eichelfresser hatte die Augen geschlossen, aber er sah friedlich aus. So als würde er schlafen. In Takara baute sich Wut auf, wie bei Tetris, Stein für Stein, bis man irgendwann verzweifelt Auswege suchte um nicht zu verlieren. Doch der Tetrisspieler in Takara war diesmal zu gut, sie spürte zwar die Wut, doch sie kam nicht heraus. Die Steine wurden weggeschemmt durch ein anderes Gefühl...

Takara kniff ihre Augen zusammen und schluckte ihre merkwürdigen Gefühle herunter. Pah! Das würde ihren Gefühlen so passen. Niemals würden andere Gefühle in ihr hoch kommen außer Wut, Hass und was noch dazu gehörte. Sie würde sich nicht verweichlichen, sie war stark. Zu stark für diese weichen Gefühle, die lächelich versuchten gegen sie zu kämpfen, sie würden immer verlieren...immer. Doch warum ging es ihr gerade so schlecht? Ihr drückte der Magen, und der Appettit war ihr vergangen. Sie schüttelte leicht den Kopf, heute war ein merkwürdiger Tag.

Der alte muss heute auf sein Festmahl verzichten. Sie blickte abschätzig auf das Eichhörnchen, auf das scheinbar friedlich schlafende Geschöpf. Wenn es so glücklich aussah musste es an einem besseren Ort sein, es hatte seinen Frieden gefunden. Die graue hob das buschige Tier auf und trabbte in einem schnellen Schritt Kurs Richtung Asarel.
Da war der Alte auch schon, er war wach und schien zu warten. Vermutlich auf sein Fressen. Takara kam sich gerade vor wie seine Dienerin, doch sie wusste das sie dies nicht wahr. Sie war eher das höhere Geschöpf das ihm am Leben erhielt. Sie zog die Fäden für sein Leben, die Schnürre die sie einfach abreißen könnte, doch sie tat es nicht. Sie kam auf ihn zu, ausdruckslos legte sie das Eichhörnchen so vor ihm ab das er ein paar Schritte zu ihm laufen musste - ein bisschen Spaß musste sein. Doch bevor er sich überhaupt Bewegen konnte, schob sie mit ihrer Pfote den toten Leib zu ihm.

"Du kannst es haben."

Der Ton in diesen Worten war nicht so hart wie sonst, dieses Mal hörte sich der Ton lustlos an. Takara setzte sich und ringelte den Schwanz um ihre Pfoten, gleich würden wieder böse Worte fallen. Bei Asarel konnte man auch nichts anders erwarten.


[Im Wald - bei Asarel - geht jagen - bei Asarel]
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Twilight
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BeitragThema: Re: Kapitel 2: Fremde Wege   Sa Mai 07, 2011 6:02 pm

Twilight atmete wieder ruhiger und unterdrückte ein Schluchzen. Es war zum Heulen, wirklich zum Heulen. Stell dir mal vor, du entdeckst einen netten Kater, der dich lieb und verträumt ansieht und verlierst ihn gleich wieder. Twilight bremste ihre Gefühle. Sie war zu geschockt. Twilights Fell legte sich langsam wieder und ihr gesträubtes Nackenfell legte sich wieder.

"Tut mir leid Alpha, ich kann mich manchmal nicht halten. Ich war einfach zu empört, da du damit auch mich sehr beleidigt hast. Ich bin auch nur auf der Straße, um ein neues Leben zu beginnen. Es war einfach falsch von mir. Es tut mir leid, Anubis. Ich weiß einfach nicht, was mit mir los ist."

Twilights Stimme bebte noch immer. Sie sah Anubis tief in die Augen. Sie dachte darüber nach, was sie gesagt hatte. Ihre Worte waren nicht weise gewählt, böse und empörend. Sie konnte auf einmal verstehen, was Alpha meinte. Als Straßenkatze geboren werden, war wirklich schlimm. Vorallem, ohne Nahrung zu streunen.

"Ich kann dich jetzt endlich verstehen, Alpha. Es stimmt schon, was du sagst. Es muss schlimm für dich gewesen sein. Ich hoffe, ihr beide könnt mir verzeihen. Ich hoffe, ich darf eurem Clan beitreten."

Ihre Stimme beruhigte sich wieder.

Was hab ich nur getan? Jetzt werde ich nie mit Anubis zusammenkommen. Er ist doch aber so nett so schön. Er ist so traumhaft schön und so intelliegent.

Twilight wurde schlecht vor Schreck. Auf einmal wurde ihr sehr übel, dass sie das Gefühl hatte, sie wäre krank. Ihre Pfoten kribbelten nervös. Ihr wurde immer schlechter und auf einmal fing sich die Welt förmlich an zu drehen. Twilight sah kurz noch Anubis, dann brach sie zusammen.

[redet & Entschuldigt sich - denkt - bricht zusammen]
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Anubis
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BeitragThema: Re: Kapitel 2: Fremde Wege   So Mai 08, 2011 12:10 pm


Anubis saß reglos vor dieser Kätzin. Jedes ihrer Worte hatte er in sich aufgenommen, eingesogen in voller Inbrunst. Ein Schweigen lag auf seiner Seele und es schien, als würde er sich selbst das Atmen entsagen. Es war keine Furcht, es war der Bann, der auf ihm lag, wie ein Fluch und doch sein Segen. Es ließ ihn erhaben wirken, wenn er aufrecht vor der Bunten saß und in sie schaute. In den Spiegel ihrer Seele. Er war nicht zerbrochen, sondern verschwommen. Der Schleier ihrer Selbst lag auf dem reflektieren Gegenstand. Denn sie erlaubte keine Regung, sie war jene die sich verbarg, obgleich sie sich langsam ergab. Sie trug eine eiserne Maske, voller Disziplin aufgebaut. Wie viel Kraft bedarf diese Mauer, die sie errichtet hatte? Wie viel Zeit und welche Erlebnisse verursachten dieses Ergebnis? Es waren die ungefragten Fragen, die in Anubis aufschwebte. Er haperte noch mit sich, bis er wieder mit ruhiger Stimme sprach. Der Klang ähnelte noch immer diesem Lied, wie eine Gute-Nacht-Geschichte. Beruhigend und ehrlich.

„Deine Geheimnisse werde ich gut in mir tragen. Ich bin ein Redner und doch unendlich schweigsam, wenn du von alten Sünden sprichst, dann werde ich sie in mir vergraben und für dich hoffen, dass du aus vergangenen Taten gelernt hast. So wünsche ich für eure Liebe, den größten Segen, den ich dir geben kann. Es wird gut für euch sein. Für euch Beide. Jeder hat grausame Wunden in seiner Seele, die von einem Anderem gelindert werden können. Besonders die Liebe ist ein heilender Balsam, für jede trauernde Seele. Auch du wirst diesen Genuss erleben und den Katzen offener werden. Keiner muss jeden auf dem ersten Blick sein Leben berichten, aber Offenheit ist wichtig. Versperre dir nicht die Weisheiten anderer, aus altem Trotz. Dies ist mein Rat an dich, denn ich bin mir sicher, es gibt hier überall viele gute Herzen, die dir nichts Schlechtes wollen. Damit unterstützt du Argent! Nimm ihm seine Zweifel, reich ihm jede Pfote die er bedarf und ich bin mir sicher, es wird euch gelingen.“

Der Kater ruhte kurz, wieder durchstiegen ihre Worte seinen Kopf und er bekam ein erneutes Lächeln, so aufrichtig und dankbar für ihre Worte, dass auch er etwas von sich verriet. Dies wirkte nicht erhaben, nicht mehr wie eine Gottheit, als er auf sie schaute und sich verneigte. Es war Dankbarkeit, für ihre Anerkennung und Erleichterung. Er war eine Hauskatze und bangte mit der Einsamkeit, so war seine Hoffnung die Gesellschaft. - Noch konnte er nicht Alles, noch konnte er nicht mit Allem umgehen. - Seinen Kopf hatte er gesunken, den Körper von der aufrechten Haltung ebenfalls herab genommen. So kniete er beinahe vor ihr und machte seine Dienste deutlich, während er zu ihr hoch blickte.

„Ich bin mir sicher, wenn du den Willen in dir verspürst, dann wirst du mit Zuversicht auf eine bessere Zeit steuern. Ich sehe in dir eine gute Katze, du hast einen festen Glauben, an den du hältst. Deine Worte sind ehrlich, obgleich sie bedauerliche Trauer in sich tragen. Alpha, glaube mir, ich werde gerne jeden Weg mit euch bestreiten und wenn ich weiß, dass auch andere mit mir willkommen geheißen werden, dann will ich mit euch kämpfen. Ohne Furcht oder Hass. Denn wir müssen uns nicht gegenseitig bekämpfen, dafür gibt es bereits andere Geister. Die uns Verachtung schenken und uns kaltblütig jagen werden, bis auch sie verstehen, dass sie dem Unrecht verfallen sind.
Noch misstraust du den fremden Seelen, doch sie werden mit dir gemeinsam eine neue Ära anfangen. Wir müssen zusammen halten, denn wenn wir Katzen es nicht tun, dann gibt es Niemanden. Niemanden der es für uns tut. Ohne diese Zusammenkunft sind wir auf uns allein gestellt. Jeder für sich, in einem Krieg, der nie entstehen durfte.
Und du hast Recht, um deine Existenz zu fürchten, denn mehr Mäuler bedeutet auch mehr Futter, aber wir werden dieses uns nicht erstehlen, wie werden es ehrlich erjagen. Wie es Mutternatur es einst von uns erwartet hat. So kann jeder ein Lehrmeister sein, für den Anderen. Denn jeder hat seine Stärken, mit denen er uns bereichern kann.

Ich werde euch begleiten und wenn du davon sprichst, ich sei ein Ruhepol, so werde ich euch damit gerne unterstützen.“


Nach diesen letzten Worten, verblasste jedes Lächeln in seinem Gesicht. Langsam erhob er sich wieder. Es war Ruhe, unendlich tiefe Ruhe. Sie umhüllte ihn und strahlte von ihm ab. Seine gelben Augen verschloss er einen Moment, als wolle er wieder die restliche Welt erreichen. Jene, die bis eben unwichtig gewesen war. Uninteressant, für den sonst neugierigen Kater. Nun wabberte das Getuschel wieder an sein Ohr, wie ein bebendes Rauschen, welches sein Hirn einnahm. Seine Ohren begannen zu zucken. Es überrollte ihn, als er Twilight wahrnahm. So nahe war sie und er hatte sie doch beinahe vergessen. Ein unbekanntes Gefühl von Scham überkam ihn. Diese Katze hatte ihm zuvor eine Nähe gezeigt, die ihm ebenso unbekannt war, wie viele noch verborgene Dinge auf einer weiten Welt. Sie hatte sich beruhigt. Anubis war dankbar dafür. Es gab genug Zorn und Ärger…Nun sprach sie ihr Bedauern aus und wieder gab es diesen Funken in der Mau, der Freude ausstrahlte. Auch sie wollte mitkommen, in den Clan eintreten. Sein Blick wanderte von Twilight zu Alpha. In ihm stand das Gefühl von Erwartung und doch schwieg er. Diesmal würde er sich versuchen zurück zuhalten, denn dies war etwas, dass die beiden Katzendamen unter sich klären musste. Bevor es jedoch dazu kam, geschah etwas, womit der Graue nicht gerechnet hatte. Twilights Bild schwank. Nicht nur zwischen der starken Katze, die sie eben noch schien, zu einem beinahe wehrlosen Bildnis. Nein, es war ihr Körper der zu beben begann, bevor sie zusammen brach.

Die Augen des Katers weiteten sich. In ihrem gelben Schein konnte man Verwunderung und Bedenken erkennen. Leblos schien das Fellknäuel, leblos und regungslos. Die Reaktion des Katers fehlte einen Moment, bis er wieder seine eigene Ruhe fand und sich zu der Kätzin beugte. Achtsam ruhte sein Kopf kurz über ihren Leib. Seine Nase sog ihren Duft in sich hinein. Was sie hatte, dass wusste diese Mau nicht. Solche Erfahrungen hatte er noch nicht gesammelt. Doch sie roch nicht krank und keinesfalls tot. Langsam lies er seinen Blick zu Alpha gleiten. Erwartungsvoll blickten seine Augen zu ihr, sie musste den Rat kennen. Es war seine Ungeduld die aus ihm sprach und seine Neugier.

„War dies Alles zu viel oder hat sie bereits zu lange ihren Körper nicht mehr genährt?“

[Bei Katzengruppe Twilight & Alpha | spricht zu Alpha & ist ihr dankbar gegenüber der Einladung in den Clan | ist hilflos in dem Umgang von Twilights Zusammenbruch]
(Edit: sry wenn der Text komisch is oder so, hier war volles Haus, als ich den geschrieben hab)
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Nicki
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Alter Charakter : 1,5 Jahre
Geschlecht : Katze
Fellfarbe : schwarz/beige/braun/weiß
Besonderheiten : Knickohr
Größe : 24 cm

BeitragThema: Re: Kapitel 2: Fremde Wege   So Mai 08, 2011 6:23 pm

Die Siamkatze war stumm gelaufen. Ihre Pfoten trugen sie weiter voran und schließlich war sie beim Tor angekommen. Sie hörte, wie Argent sprach und hörte wie andere Katzen sich regten, doch Nicki selbst blieb stumm dort sitzen, unfähig einen klaren Gedanken zu fassen. Sie war verunsichert und hatte Angst. Das waren einfach zu viele Katzen auf einmal für die junge Siamesin. Sie sah sich nach Tobi und Aiko um, aber nur halbherzig, denn sie dachte sich, dass die beiden wohl ihren eigenen Weg gehen würden. Oder das sie zurück zu Francis gehen würden. Nicki hatte ihren Dienst geleistet und die beiden jungen Katzen sicher zum Stadttor gebracht und sie spürte einen gewissen Stolz in sich, der sie dazu veranlasste den Schwanz in die Höhe zu recken und sich gerade aufzurichten. Sie hatte es also wirklich geschafft etwas für andere zu tun. Konnte das hier, diese Ansammlung von Katzen etwa ihr neues Zuhause sein? Würde sie sich wirklich hier wohl fühlen können und würde man sie akzeptieren? Es würde sie sehr sehr stolz machen und ihr Selbstvertrauen stieg mit jeder Minute. Es wäre fantastisch, wenn das alles so klappen würde, wie es gerade schien. Sie musste daran denken, als sie noch kleiner war, wie sie bei den Menschen gelebt hatte und auch wie sie immer gehänselt worden war.
Ja, Nicki hatte noch nie wirkliche Freunde gehabt, denn keiner mochte sie und nur wegen ihren genkickten Ohr, oder zumindest glaubte sie dass, denn man hatte sie immer ausgelacht, wenn sie vorbei ging und begann zu flüstern, jeder war ihr aus dem Weg gegangen, niemand war da, der sie jemals getröstet hatte. Dadurch war sie hart im Leben geworden und vertraute anderen nicht mehr allzu schnell, aber dennoch hatte sie sich immer in ihrem Inneren gewünscht, dass man sie respektierte und ihre Taten anerkannte…
Sie steckte sehr viel Hoffnung in die anderen Katzen und sie hoffte das sie alles bewältigen konnte, alle Krisen und Gefahren, die für sie bereit standen. Die Vergangenheit sollte nur noch ein Schatten sein, nach dem man sich umdrehen konnte, um nicht zu vergessen aber man konnte ihn auch nicht mehr erreichen. Schluss mit all den einsamen Alleingängen! Sie war so verbissen darauf gewesen die Aufgabe zu erfüllen und sie hatte es geschafft und ein riesiger Stein fiel von ihr ab, der Druck, der sich in Monaten aufgestaut hatte viel nun von ihr ab und die Zukunft konnte doch nun gut werden, oder?


[bei allen Katzen,d enkt]
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Aiko
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Fellfarbe : graue - weiße
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BeitragThema: Re: Kapitel 2: Fremde Wege   So Mai 08, 2011 7:25 pm

Aiko lief die ganze zeit hinter Nicki her . Sie drehte sich manchmal um und schaute wo Tobi war doch konnte sie ihn nicht sehen. Sie machte sich etwas sorgen um ihren Besten Freund. Als Nicki stehen blieb und sich zu den anderen gesellte. Aiko war sich unschlüßig wohin sie sollte, den sie vermisste ihren Ziehvater Francis. Also rannte sie zwischen den Katzen hin und her und hielt nach Francis ausschau. Als sie ihn entdechte freute sie sich rießig und sprang regelrecht vor freude in die Luft. Als sie sich wieder beruhigt hatte, lief sie auf Francis zu und kuschelte sich in seinen Pelz.

"Papa ich bin froh dich wieder zu sehen."

Sagte Aiko glücklich, kuschelte sich noch etwas dichter in Francis Pelz und fing glücklich an zu schnurren. Doch sie fragte sich auch wo Loretta war, wegen der ihr Papa ja eigentlich gegangen war um sie zu suchen. Doch danach fragen traute sie sich auch nicht. Nach einiger zeit viel ihr eine schwarze Kätzin auf. Aiko beobachtete sie neugurieg und schnurrte weiter vor sich hin sie wollte einfach nur bei Francis sitzen und sich an ihn kuscheln.
Doch dan wante sie sich an Jade immer noch an Francis gekuschelt.

" Hallo mein Name ist Aiko. Und wer bist du?"

Sagte sie zu Jade. Und sah sie Neugirig an den sie wollte wissen wie sie hieß. Den Aiko war schon immer neugierig.

[bei Nicki/läuft zu Francis/kuschelt sich an ihn und beobachte Jade neugierig]
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Alpha
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Alter Charakter : 2 Jahre
Geschlecht : Katze
Fellfarbe : Schildpattmuster
Größe : 31 cm

BeitragThema: Re: Kapitel 2: Fremde Wege   Mo Mai 09, 2011 5:53 pm

Strahlender, schöner, ehrlicher hätte wohl kaum ein Lächeln sein können. War das möglich? Konnte ein einziger Kater so sehr eine Welt auf dem Kopf stellen, ohne, dass man mehr als Freundschaft für ihn empfand? Oder hatte Alpha schon wieder die freundschaftliche und die richtige Liebe verwechselt? Nein, nein dass war es nicht. Nicht diesmal. Und noch einen Kater, den die Kätzin vergötterte konnte sie nun wirklich nicht gebrauchen. Anubis. Er war ein Poet. Seine Wortwahl. So wunderschön. Argent, Caruso, sie waren klug, wunderbar, aber ein Poet konnte nun wirklich jedes weibliche Herz erweichen. Für manch einen sprach Anubis vermutlich in Rätseln, doch für Alpha schaffte er es die Wahrheit der Welt in Sätze zu verpacken, wie die Menschen, die sich ihre Kleider überstreiften. Die Kraft der Sprache, der Worte. Sie war so stark. So unheimlich stark.

“Anubis, ich glaube, wir werden einst enge Vertraute. Bist du dir selber im Klaren, wie schnell man dir vertrauen kann? Eine tödliche Waffe.“

Alpha senkte den Blick, lächelte schief, geheimnisvoll.

“Wir werden ein neues Leben beginnen. Wir kennen uns alle noch nicht richtig. Man kann von vorne anfangen. Wann hat man schon mal so eine Chance? Ich werde versuchen alle neutral zu betrachten. Twilight, dein Fehler sei dir verziehen. Auch ich sollte mich entschuldigen. Ihr könnt mich nicht verstehen. Es scheint, als hätte keine das grausame Leben einer Straßenkatze leben dürfen. Ich wünschte, ich hätte nur eine Katze, welche mich richtig verstehen würde. Anubis, du scheinst mir mehr als klug zu sein. Du scheinst in die Seelen deiner Artgenossen hinein blicken zu können, ihre Fehler zu entdecken und mit sanfter Gewalt an ihnen rütteln zu können. Du bist eine der außergewöhnlichsten Katzen, die ich je gesehen habe.“

Bevor Alpha verstand, was Anubis da tat hatte der Kater sich bereits vor ihr verbeugt. Er schien sich auf dem Boden zu pressen, als wäre er nicht mehr wert als Dreck, doch in den Augen der Bunten hätte er ganz hoch oben auf den Dächern sitzen müssen. Alpha wurde es warm unter ihren Pelz. Sie kam sich vor, als wäre sie hier die Göttin. Die Bunte wusste, dass man sie als „hübsch“ und „schön“ bezeichnen würde, doch das zählte auf der Straße nichts. Niemand würde wegen so etwas vor ihn nieder knien. Und niemand würde vor ihr nieder knien, als wäre sie die Sonne und man selbst eines der Kinder, auf welche sie hinunter blickte, mit sanften, warmen Augen. Alpha kicherte kindisch. Ihr war es unheimlich peinlich, so vor jemanden zu sitzen. Ihr Fluchtinstinkt, der manchmal in ihr hochkam kratzte an ihr, wollte sie ziehen, doch die Bunte hatte sich unter Kontrolle. Ein wohliges Gefühl breitete sich in ihrem Körper aus. Es war die Freude. Die Freude, welche ihr Herz jubilieren ließ. Ein weiteres Mitglied im Clan der Samtpfoten und Anbuis sollte genau so willkommen geheißen werden, wie es zuvor bei Caruso war. Alpha bückte sich zu dem Getupften nieder und legte ihre Nase an die seine. Bevor es zu vertraulich wirkte hob die Bunte ihren Kopf und setzte sich gerade, gar königlich hin. Sie war zufrieden mit sich. Zufrieden mit ihrer Arbeit. Doch die ganze Sache hatte einen Harken. Wie konnte es anders sein: Twilight wollte auch in den Clan. Alpha brachte es nicht übers Herz sie zu fragen. Sie konnte es einfach nicht. Bei Caruso war es ihr leicht gefallen: Diese Augen, so abstoßend und feindselig erweckten Vertrauen in ihr. Anubis konnte ihr helfen in ein neues Leben zu finden, dieser Poet und Ruhepol. Er musste einfach dabei sein. Auch bei Francis würden ihr die Worte leicht über die Lippen gehen, sowie auch bei Aiko und Loretta. Aber Twilight? Nein, dass sollte lieber Argent übernehmen. Würde Alpha das tun, so könnte die andere Kätzin nur denken, die Zwei seien Freunde. Das wäre unausstehlich!

Noch während die Bunte daran zweifelte Twilight aufzunehmen kippte diese um. So plötzlich, so unerwartet, dass Alpha zunächst nur starren konnte und ein paar mal verwirrt blinzelte, als hätte sie geträumt. Doch Twilight stand nicht auf. Bilder schossen Alpha in den Kopf. Bilder von Loretta, am Boden liegend, bewusstlos. Bilder von dem verzweifelten Francis. Bilder, von Aiko, die ein Plätzchen für die Katzen suchte. Bilder von Argent, wie der Caruso befahl Futter zu besorgen. Bilder von Caruso, der verlorene Kater. Doch stärker waren die Gefühle. Angst. Angst, dass war wohl das Schlimmste und Hartnäckigste von allen. Und diese Angst betraf nicht etwa Twilight, oh nein, sondern Caruso. Alpha hatte Angst, es würde alles noch mal passieren. Argent würde den Getigerten los schicken und dieser würde zu späte zurück kehren, sodass Alpha befürchten musste, er sei tot. Anubis Stimme schien die Luft zu durchneiden. Sie war nicht verzweifelt, sie war nicht verwirrt. Sie war ungeduldig und zugleich neugierig. Völlig perplex sah Alpha den Kater an. Wie konnte er nur? Da lag eine Katze. Da lag Twilight, bewusstlos! Oder war die Ruhe so sehr in seine Seele eingekehrt, dass schon mehr passieren musste, um ihn aus der Fassung zu bringen? Interpretierte Alpha vielleicht alles falsch? Der Bunten war es egal. Sie hockte sich hin, horchte auf den Atem Twilights. Sie war wirklich nur bewusstlos, wenn man „nur“ in solch einem Satz überhaupt verwenden durfte.

“Argent, Twilight ist zu Boden gegangen!“

sagte Alpha zu ihrem Gefährten herauf, obwohl sie sich sicher war, dass er es bereits bemerkt hatte. Dann sah sie zu Francis. Ein hilfloses Lächeln stahl sich auf ihre Lippen. Ihr Blick flog weiter zu Caruso. Angst schien aus ihren Augen gar zu schreien.

“Bitte es wiederholt sich nicht...“

flüsterte Alpha so leise, dass wohl nur sie allein es gehört hatte. Sie wartete, was auch immer passieren sollte. Sie hatten keine Zeit. Allesamt keine Zeit und doch mussten sie für so etwas den Atem anhalten, mussten eine kostbare Sekunde der Fassungslosigkeit verschenken, bevor sie handeln konnten, bevor sie dieses wertvolle Gut Zeit sich wieder holen konnten, in dem sie doppelt so schnell vorgingen.


[bei der Gruppe, bei Anubis und Twilight | ist froh | redet | stupst Anubis an | will Twilight nicht fragen, ob sie in den Clan will | sieht Twilight fallen | erinnert sich | redet mit Argent | sieht zu Francis und Caruso | redet]

Twilight, ich hoffe, du hast eine plausible Lösung für das Umkippen
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Argent
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BeitragThema: Re: Kapitel 2: Fremde Wege   Mo Mai 09, 2011 6:11 pm

Wie ein König auf seinem Thron saß er da. Größer, als all die andern Katzen. Längst nicht größer, als die Menschen, aber zumindest saß er erhöht und das reichte. Es hagelte keine Vorschläge mehr. Viele Katzen warten vertieft in ihren Gesprächen oder überlegten, wie es noch möglich war zu gehen. Argent wartete. Wartete, was auch immer geschehen würde, doch immer zu flüsterte eine Stimme ihm zu “Du musst dich beeilen, sonst ist alles verloren.“. Das würde ihn bald wahnsinnig machen, aber was sollte man tun? Zumindest unterstützen noch einige Katzen ihn. Viele kamen jetzt erst richtig in Bewegungen, sagten aber nichts, schwiegen nur. Argents Blick lag auf Francis, welcher jedoch gar nicht zum Zuge kam, da Alpha erst antwortete.
Der Bunte erzählte von unterirdischen Ruinen, durch die man in die Kanalisation kam, doch sie wies auf die Risiken hin und darauf, dass man eventuell gar nicht durch das Rohr passte, welches sie durchqueren mussten. Argent überlegte. Er hörte noch, wie Alpha zischend zwei Katzen beschimpfte, ignorierte dies jedoch. Das war er gewohnt. Es würde sich schon noch legen. Außerdem gab es wichtigere Dinge zu erledigen, als das Temperament von Alpha.

“Nun, so sehr mir die Idee auch zusagt: Ich denke, sie ist nicht durchsetzbar. Wir können es nicht schaffen in die Kanalisation zu kommen und dann auch noch einen Weg nach draußen finden?! Das scheint mir schon an das Unmögliche zu gehen. Es bleibt immer noch die Möglichkeit durch das Tor zu gehen oder aber, wir klettern über den Zaun. Auf dieser Seite der Stadt steht ein solcher. Er ist nicht groß, man dürfte leicht darüber gelangen. Eventuell können die Kleinen unter uns auch drunter her krabbeln. Die Stadt schien sich bisher nicht viel aus diesem Stadtteil zu machen, da es nicht lohnte seine Verbindung zu dem Dorf, dem Wald oder dem See zu machen. Es könnte klappen, aber das Risiko, von Menschen geschnappt zu werden ist hoch. Wir müssten uns in kleine Gruppen aufteilen...“

Argent wollte den Katzen Zeit lassen zu antworten. Er hatte zwar geendet, aber die letzten Worte verklangen zu einem Flüstern. Erstaunt sah der Silberne hinab zu Alpha. Ein fremder, getupfter Kater verbeugte sich tief vor ihr und sie stupste ihn mit der Nase an. Das hatte er doch schon mal irgendwo gesehen, diesen Nasenstupser... bei Caruso! Als Argent Caruso gebeten hatte den Clan beizutreten! Konnte es sein, dass sie soeben ohne die Erlaubnis des Silbernen ein neues Mitglied hatten? Bevor Argent Zeit hatte hinab zu springen und Alpha zur Rede zu stellen kippte eine Kätzin um. Die Fremde, welche zuvor die Gasse betreten hatte. Wie hieß sie noch gleich?

“Twilight. Twilight war ihr Name.“

Alpha sah auf, rief nach Argent und letzter sprang sofort von seiner Kiste hinunter zu ging zu den Artgenossen. Er legte sich hin, schnupperte an der Katze und horchte, wie Alpha es zuvor schon getan hatte. Twilight sah nicht dünn aus. Loretta aber auch nicht. Vielleicht lag es an dem Hunger. Der Silberne sah Alpha eindringlich an:

“Kümmert euch um sie. Ich muss noch etwas erledigen.“

Sofort drehte Argent sich um und sprang zurück auf seine Kiste. Er bedachte die kleine Katzengruppe links neben ihn noch mit einem warmen, leicht verzweifelten Blick, bevor er seine Stimme wieder an die Menge richtete:

“Ihr Katzen, wie es scheint, sind einige von uns geschwächt. Wenn jemand von euch Hunger hat, so möge dieser bitte sprechen. Ich möchte noch auf Twilight warten, bis sie wieder bei Sinnen ist und soweit wie es möglich ist mitgehen kann. Wir haben keine Zeit mehr lange zu überlegen. Es wird dunkel. Die Nacht soll unser Gewand sein und uns schützen, doch bis dahin müssen wir einen Zaunteil erreicht haben, über den man klettern kann beziehungsweise unter den man hindurch schlüpfen kann.“

Ein letztes Mal sah Argent zu Alpha, zu Twilight, zu dem getupften Kater.

“Nein, meldet euch nicht, wenn ihr Hunger habt. Wir haben keine Zeit etwas zu besorgen. Wir haben keine Zeit noch länger zu reden. Lasst uns los ziehen. Wenn Twilight so weit ist müssen wir gehen und sobald wir aus der Stadt sind können wir auf den Wiesen jagen. Dieses unberührte Land wird uns schon genug Gaben schenken.“

Argent lächelte noch nett in die Runde. Er wollte wieder zu Twilight, doch es ging nicht. Er musste hören, was die Anderen sagten und so konnte er nur stehst seine wachsamen Augen auf der Kätzin ruhen lassen.


[bei der Gruppe auf Kiste | schlägt Flucht über Zaun vor | geht zu Twilight etc. | redet mit Alpha | springt auf Kiste | redet zu Menge | will gehen, sobald es Twilight gut geht | sieht zu Twilight]

_________________


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Diana
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BeitragThema: Re: Kapitel 2: Fremde Wege   Di Mai 10, 2011 11:58 am

Geschickt schlüpfte Diana durch eine Dachluke von dem Dachboden, in dem sie geschlafen hatte, auf das Dach des Hauses. Sie war auf dem Weg zum Stadttor. Dort sollten sich heute anscheinend ein paar Katzen versammeln, warum, das hatte sie nicht erfragt, aber trotzdem war sie neugierig geworden. Am Himmel, der ,noch orange vom Sonnenuntergang, der Dämmerung Platz machte, zeichnete sich der Vollmond ab. Diana lief über die Dächer der Häuser in Richtung Stadtmauern, während eine leichte Brise ihr das Fell zerzauste. Und tatsächlich, als die Tore der Stadt in Sicht kam, sah die Schwarze eine Gruppe von Katzen versammelt und einige berieten anscheinend etwas. Nun von rasender Neugierde gepackt, beschleunigte Diana ihre Schritte und kletterte schließlich an einem Efeu, der sich an einer Hauswand rankte, herab und lief auf die anderen Katzen zu und lief mitten hinein in das Getümmel. Schließlich, nach vielem vorbeiquetschen und angerempelt werden, blieb sie bei drei Katzen stehen,die neben einer Orangenkiste in einer Gasse neben dem Marktpaltz standen. Eine von den dreien, eine kleine cremefarbene Katze, schien gerade zusammengebrochen zu schein und lag auf dem Pflaster der Straße.

„Entschuldigt die Störung. Ich sehe ich komme gerade etwas ungelegen, daes eurer kleine Freundin hier anscheinend gerade nicht gut geht.“

Sprach sie, mit einem Kopfnicken zu der kleinen cremefarbenen Katze, welche fast leblos auf dem Pflaster der Straße lag.

„Mir ist zu Ohren gekommen, dass einige Katzen heute hier eine Versammlung abhalten. Allerdings konnte ich nicht den genauen Grund und die Absichten erfahren. Daher hoffte ich ihr könntet mir etwas darüber erzählen. Und ach, verzeiht, ich stellte mich ja noch gar nicht vor. Mein Name ist Diana. Aber nun sollten wir besser schauen dass wir eure Freundin hier wieder auf die Beine kriegen.“

Erschöpft hielt sie inne. So viele Worte hatte sie schon seit langer Zeit nicht mehr auf einmal gesprochen, und auch wollte sie dies gar nicht. Die Worte waren ihr einfach aus dem Mund gefallen. Nun da sie fertig gesprochen hatte, begann sie die beiden Katzen zu mustern. Es war eine schildpattfarbene Kätzin und ein silbergrauer Kater, zu denen sie da sprach. Diana zuckte nervös mit den Ohren. Sie war es nicht gewöhnt unter so vielen Katzen auf einmal zu sein. Und schon garnicht, da diese Katzen alle sehr aufgeregt waren.


[Streift über die Dächer/Ist auf dem Weg zum Stadttor/bei Anubis,Twilight und Alpha/Spricht]


Zuletzt von Diana am Mi Mai 11, 2011 11:51 am bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Anubis
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BeitragThema: Re: Kapitel 2: Fremde Wege   Di Mai 10, 2011 2:44 pm


Twilights Worte blieben unbeantwortet. Alpha haperte noch in ihrem Kopf, mit der angemessenen Antwort, dies wusste der Getigerte, aber jene blieb unausgesprochen und auch der Rat an den Grauen verblieb. Seine Art war wahrlich nicht bekümmert, obgleich in ihm die Sorge anstieg, war in seinem Blick eine unendlich stillbare Neugier. Sie war so beengend, verräterisch. Langsam ließ er den Kopf senken, als er Alphas Entsetzten auf sich ruhen spürte. Anubis wusste, diese Katze lebte noch. Ihr Leib hob und senkte sich noch und ihr Geruch schien nicht verändert. Er spürte ihr Dasein und gerade dies ließ ihn so arglos werden. Zugleich war ihm bewusst, dass kein Wort dieser Welt sein Verhalten erklären könnte. Er wich einen Schritt zur Seite, fernab von Twilight. Alpha hatte Argent gerufen, den Grauen, den König. Er stand dort auf seinen Thron, unberührt von all den Seelen. Erhaben und mächtig. Während bei Alpha ihre Fassade schwand, sie bröckelte und zerfiel. Leise verlor sie flüsternde Worte, doch diesmal war Anubis sich nicht sicher in ihren Bedeutungen. Etwas gab es in ihrem Blick, welches von alten Zeiten sprach. Vielleicht kannte sie all jenes schon. Vielleicht wusste sie, was der Grund sein konnte und gerade dies ließ sie so erbeben und sich fürchten. Dies war es, was den Getigerten erweckte. Nun waren seine hellen Augen wieder wach und wanderten hektisch zu Argent.

Der Große sprang von seiner Kiste, von seinem Thron, von dem er auf sie alle hinab geblickt und gesprochen hatte. Seine letzten Worte waren nicht an das Ohr des Grauen heran getreten, sie hatten sich verlaufen. In einem Meer von Getuschel, in fremden Augen, die zu ihm sprachen und einer sanften, so innigen Berührung.

-Jah, seine Worte waren untergegangen in Alpha, als Anubis zu der Bunten hoch blickte, während er sich so dünn und schmal auf den Boden legte. In seinen Augen lag so viel verborgen, dass viele ein Problem damit gehabt hätten, jedes einzelne Gefühl seiner heraus zufiltern. Er, der die Seelen versuchte zu lesen wie ein Buch, denn jeder hatte seine Geschichte und er war dankbar für jedes Wort, was er erfahren durfte. So hatte er wohl nicht mit dieser Geste von Alpha gerechnet. Sie beugte sich auf seine Höhe hinab, auf die er sich gelassen hatte und stupste ihre Nase an seine. Kurz. Seicht. Einzigartig. Es war eine unendlich vertraute Geste - für Anubis. Sie machte ihm deutlich, dass die Bunte ihn verstand und schätzte. Etwas was für diesen Grauen wichtig war und obgleich, diese Berührung kurz war, würde er sie nicht vergessen. Es war keine Liebe die in ihm entflammte, doch etwas schien in ihm zu lodern, war es den Funken an Stolz den er in sich spüren konnte oder dieses lobende Gefühl von Anerkennung, welches jede Einsamkeit verwehen konnte. Der leichte Hauch auf seiner Haut verblasste, nachdem sie sich wieder aufrichtete und auch er es tat. Es war nur ein Augenblick, für die meisten wahrscheinlich untergegangen. Obgleich so eben eine Königin geehrt wurde und ein Poet, Gott oder Ruhepol. Wie man ihn auch bezeichnen wollte.

Während der Kater wieder in seiner Gesamtheit erstrahlte, verlor er die letzten Worte, die er ihr noch zukommen lassen wollte. Sie waren jene, auf ihre grausame Anmerkung. In den Augen von Anub, war dieses Handeln undenkbar. Nie würde er auf die Idee kommen, irgendwelche Worte gegen einen Anderen zu verwenden. Kurz schlich sich etwas Entsetztes in ihm ein. Konnte man so etwas von ihm denken? Doch Alpha’s weiteren Worte verwarfen seine Annahme und lobten ihn in den höchsten Tönen, auf das der Kater gar Verlegenheit in sich spüren konnte. Ihrem Blick blieb er jedoch standhaft. Er entgegnete ihr nichts, bis auf ein Lächeln auf ihre Lobeshymnen. Es war kein Zeichen seiner Arroganz, auch wenn dies Einige so erkennen könnten. Dies war nur ein Beweis seiner Scharm, die in ihm aufstieg. So sprach er nur zu ihrer vorigen Aussage seine letzten Worte.

„Wie kann Vertrauen eine tödliche Waffe sein? Es ist eine zaghafte Blume, die gepflegt werden muss. Man muss ihr Zuwendung geben und Aufmerksamkeit mit unendlicher Dankbarkeit. Geschenktes Vertrauen ist nicht die Waffe, die du mit diesen Worten benannt hast…Es ist der Eigennutz, den manche Seelen in sich verspüren, ohne zu ahnen, was sie mit ihrem Handeln anrichten und so kann diese zarte Blühte, einer langen Freundschaft oder auch Liebe verwelken. Daher sei stets achtsam mit seinen Worten und deinem Handeln, es gibt immer jemanden, der es hört oder sieht und der dich dafür tadeln wird – mit seiner Trauer!“-

Nun war die Stimme von Argent nicht zu überhören, als er zu ihnen eilte, zu Twilight. Sein Klang war wie ein Dröhnen, dominant und sicher. Nur seine Worte verworren sich und machten Unsicherheit in ihm deutlich. Was sollten sie tun? Es gab keinen Ausweg, irgendwann mussten sie los und er sprach die pure und schmerzhafte Wahrheit damit aus. Würde es nun jemand wagen seinen körperlichen Verfall anzugeben? Würde es nun jemanden geben, der davon sprach Twillight zurückzulassen? Es war ein Gedanke, der beinahe Zorn in dem Ruhigen auslöste und er wusste, würde dies jemand tun, so würde er Argent ins Wort fallen und er würde vielleicht seinen Rang verlieren, als ein Mitglied eines neuen Clans, doch dies war egal. Ein bitteres Schnaufen entglitt ihm und wieder ein Blick zu der Zierlichen, die am Boden lag. Seine Pfoten setzten sich wieder in ihre Richtung, er wirkte erneut ruhig und nicht mehr so abgeschreckt. Alpha, kannte eine ähnliche Geschichte, dass wusste Anubis.

„Sprich, du weißt was es sein kann. Deine Augen verraten es. Sie zeigen deine Furcht und deine Erinnerung. Aber ohne die richtigen Worte, können wir nichts machen. Also sag, was ihr fehlen kann und wie wir handeln sollen. Stell dich den Dämonen der Vergangenheit…Wir können doch nicht nur abwarten oder?“

Es war ein sanfter, herrschender Blick, der kurz auf die Bunte gerichtet war, bis er wieder Twilight betrachtete. Sie sah nicht leidend aus. Sie glich ruhend und auf eine Art glücklich. Der Graue legte den Kopf schief, während er sie so musterte. Irgendwie schien sie nicht krank und auch nicht bedauernswert, eher beneidenswert. War es so? Sie strahlte Behaglichkeit aus und Wärme. Noch hatte Anubis keine Toten gesehen, noch kannte er diesen Sensenmann nicht, der drohend durch die Welt schritt, aber er fürchtete ihn nicht. Denn in seiner Vorstellung würde man in eine andere Welt überschreiten. In ein fremdes Reich. Vielleicht wäre die Beige bald auch dort…In seinem Kopf löste es kaum so viel Trauer und Verzweiflung aus, wie in den meisten anderen Geschöpfen. Der Tod war ein sehnsüchtiger Zeitgenosse und ließ einem nie in Stich. Er schritt neben einem her, mit seiner schweigsamen Zärtlichkeit und selbst wenn keiner einen Freund auf Erden hatte, so hatte er bei ihm immer eine Schulter zum Anlehnen. Obgleich das Leben ein Geschenk war, war dieser Fakt doch verbindlich. Irgendwann würde er einen holen.
In diesem Gedankengang unterbrach ihn eine fremde Stimme. Anubis schüttelte kurz den zierlichen Kopf, um seinen Wirrwarr im Kopf zu vertreiben, bis er wieder von Twillight abblickte. Eine fremde neue Katze war zu ihnen geschritten, so unbemerkt, dass der Getigerte fragend den Kopf zur Seite drehte. Sein Blick war offen und hell, während er diese Fremde betrachtete und ihr lauschte. Langsam entkam ihm ein Nicken, als Bestätigung ihrer Worte, doch noch war er schweigsam. War es Alphas Aufgabe, die Erklärung abzugeben oder durfte er es auch tun? Die Bunte war genug beschäftigt und belastet, so gab es sich selbst das Urteil, welches er sich von ihr ersehnt hätte.

„Diana, es freut mich sehr….Dennoch. Wahrlich, deine Störung ist etwas ungenehm. In uns liegt die Sorge um unserer Freundin Twilight, dennoch möchte ich dich aufklären. Dir ist es richtig zu Ohren gekommen, hier ist eine Versammlung und ich glaube, die Zahl unserer Gattung macht es deutlich. Es geht um die Flucht – aus der Stadt, hör dir den grauen Kater auf der Kiste an, er heißt Argent. Lausche seinen Worten, er wird die genug berichten können…!“

Diesmal klang der Kater beinahe forsch. Obgleich in seinen Worten diese gewisse Ruhe lag, war es deutlich zu erkennen, dass etwas anders war. Selbst die Vorstellung von Alpha und auch ihm, war vergessen und ihm entgangen.

[Bei Alpha, Twilight, Diana, etc. | schämt sich | beobachtet das Geschehen | -eine Rückblende- | erfasst die Situation| spricht zu Alpha | betrachtet Twilight | spricht zu Diana ]
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BeitragThema: Re: Kapitel 2: Fremde Wege   So Mai 15, 2011 7:45 pm

Alpha sah zu Argent. Die Verzweiflung nagte an ihr, sie hatte das Gefühl, als würde sie in ihrem Schlund versinken. Angst floss bei jedem Herzschlag durch ihre Venen, ihren Körper. Leicht zitterte die Kätzin. Sie blickte auf, sucht Halt in Argents Augen, aber dieser verkündete soeben eine Idee. Es kam ihr vor, als verstünde sie nichts. Alpha hatte so Angst. Wenn Caruso wieder gehen musste... er war im Clan, er würde tun, um was man ihn bat, aber er durfte nicht gehen!
Endlich, endlich sah der Silberne zu Alpha, in ihre Augen. Ihr kam es vor, als würde sie unter seinem Blick schmelzen, wie Butter in der Sonne. Sein Blick betastete Twilight. War er genau so besorgt wie die Bunte oder schaffte er es einen kühlen Kopf zu bewahren? Wenn ja, so wäre er ein guter, ein perfekter Clanführer. Er musste zeigen, was er konnte. Bisher hatte er in Notsituation gezeigt, was er für ein Krieger war: Er war kräftig, doch er kämpfte nicht mit Masse, sondern mit Kopf. Und so würde er gewinnen.

Argent sprang von seiner Kiste hinunter. Diese Eleganz, mit der er sich bewegte verschlug Alpha fast den Atem. Erneut zweifelte sie an ihrer Entscheidung, es in Erwägung zu ziehen Caruso als ihren Gatten, ihren Gefährten zu erwählen. Doch die Bunte entschied, dass es jetzt nicht erlaubt war über so etwas nachzudenken. Argent beschnüffelte Twilight und horchte, wie er es einst bei Loretta getan hatte. Der Silberne entschied, dass Alpha und Anubis sich um die Artgenossin kümmern sollten. Unsicher warf die Kätzin dem getupften Kater einen Blick zu. Sie hatte doch selber keine Ahnung, was man da machen konnte! Beim letzten Mal ist Caruso fast gestorben! Meine Güte, dass war noch am selben Tag gewesen! Was erwartete... Anbuis schaltete sich ein. Sonst hätte Alpha wohl laut geschrieen, um all den Frust, die Angst, die Verzweiflung in die Nacht zu entlassen, als hätte diese sich in ihrem Körper niedergelassen und man könne sie nur durch den Mund entlassen.

“Nein, dass können wir nicht.“

sagte Alpha leicht monoton. Sie musste die ganzen Gefühle hinunter schlucken, die in ihrem Hals schmerzten.

“Ich.. heute Mittag... Loretta, sie ist ebenfalls umgekippt. Argent hat Caruso los geschickt, um etwas Essbares zu holen. Er kam nicht zurück. Ich kenne die Händler in der Stadt. Wenn du nicht geschickt, schnell und erfahren bist, so können sie dich locker töten. Ich dachte, er wäre tot. Ich hatte Angst... ich...“

Alpha atmete tief durch. Ihre Brust schmerzte. Bilder. So viele Bilder. Warum musste sich das wiederholen. Warum musste sie sehen, welche Fehler sie begangen hatte? Warum zeigte ihr Kopf ihr die Szene, wo sie sich wünschte, sie wäre mit Caruso zusammen, wo alles angefangen hatte? Warum quälte man sie so? Wozu die Folter? War es, weil sie Argent hintergehen konnte und es sogar in betracht zog? War es deswegen? Alpha wusste es nicht. Sie schüttelte stumm den Kopf und versuchte erneut diesen Schmerz im Hals hinunter zu schlucken.
In diesem Moment kam eine schwarze Kätzin, die sich als Diana heraus stellen sollte und ebenso ruhig und gelassen wirkte wie Anubis, wobei sie auch einen Grund dazu hatte: Sie kannten hier niemanden. Alpha war aufgelöst, wegen der Erinnerungen. Es war ihr gar nicht mehr möglich fies zu sein, aber sofort sagte ihr Instinkt „Böse!“. Sie ignorierte ihn. Man musste sich einfach mal geschlagen geben.

“Hallo Diana.“

murmelte Alpha matt. Sie überließ Anubis das Reden. Er konnte das ja schließlich. Der hübsche Poet.

“Wie Anubis bereits sagte wollen wir fliehen. Wir haben nicht viel Zeit, weshalb die Planung der Flucht kürzer ausfiel als erwartet. Wir werden los ziehen, sobald es Twilight gut geht. Ich befürchte, dass die Menschen in der Nacht noch aufmerksamer sind, als zu Tage. Schließlich behaupten sie, wie wären die Söhne und Töchter der Dunkelheit. Nun, warten wir ab und hoffen das Beste.“

Noch immer wirkte die Bunte wie ausgelaugt. Sie seufzte. Ihr ging es mies. Sie wünschte sich Argent herbei oder wollte zu ihm rauf, aber allein die Vorstellung, dass jeder sehen konnte, wie sie Liebkosungen austauschten behagte ihr nicht. Außerdem konnte Caruso die Zwei dort oben zu gut sehen. Alpha senkte den Kopf. Alles an ihr hing schwach hinunter. Sie hatte es geschafft innerhalb eines Tages ihre kleine Welt und ihre Zukunft zu zerstören. Bravo, Alpha, bravo!


[bei Anubis, Twilight und Diana | denkt | redet | fühlt sich mies]
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